15. August 2016

Frühstücken in Bordeaux und Weiterfahrt nach La Rochelle

Wir haben absichtlich zu unserem Zimmer kein Frühstück gebucht. Nach dem Aufstehen haben wir schnell das Motel verlassen. Unser Hunger war groß. Das Auto haben wir in einem Parkhaus abgestellt und haben das erste Café aufgesucht. Petit Dejeneur ist in Frankreich überall das gleiche. Viel erwarten kann man nicht. Man bekommt einen Saft, einen Café und Croisant oder Baguette mit Marmelade. Das deutsche Frühstück ist deutlich größer und als Buffet-Fräse hat man bis zum Nachmittag keinen Hunger. In Frankreich nicht so. 

So langsam hat es Frankreich schwer uns zu beeindrucken. Im Reisefürer steht: "malerische Altstat, schöne Kathedrale, schöne Viertel, ..." Auch uns gehen langsam die Worte aus, zu beschreiben, was wir sehen. Bordeaux ist schön und Punkt. Es zählt zu dem UNESCO Weltkulturerbe, aber wir beide sind uns einig, so besonders ist Bordeaux nicht und wir haben bereits schönere Städte in Frankreich gesehen. 

Nach einem Stadtbummel ging es dann weiter. Wir wollten unsere Etappe von gestern beenden. Nun sind wir auf einem Dorf in der Nähe von La Rochelle gelandet. Torsten sagt zu Frankreich immer Brandenburg. Wenn man Landstraße fährt kommt lange nichts und dann mal eben nur ein kleines Dorf. Die nächsten Tage bleiben wir wieder hier und erkunden die Gegend. 

14. August 2016

Düne von Pilat & Ankunft Bordeaux

Heute war wieder ein Reisetag. Zehn Uhr waren wir schon fertig mit packen als wir Richtung Norden aufgebrochen sind. Wir hatten uns einen weiten Weg vorgenommen. Auf dem Weg lag die "Düne von Pilat". Die Düne ist die größte Europas mit eine Länge von knapp 3 km, sie ist über 100 m hoch und ragt teilweise 500 m in das Land. Als wir das Auto abgestellt hatten, haben wir schon die Ausmaße gesehen. Vor uns türmte ein Riesen Sandhaufen! Die Sonne schien wieder gewaltig und wir rätselten wer von uns den Aufstieg angeht. Zu zweit konnten wir nicht, da Adele in Tragegurt stag. Schließlich war es Torsten. Mehrere Stopps musste er machen, die Steigung war nahezu 100%, von 2 Schritten vorwärts rutschte man einen wieder zurück und der Sand war nahezu 70 Grad heiß. Auf der Spitze bot sich ein Blick wie in Dubai auf Sandbänke. Nur das hier Boote anlegten und die Menschen badeten. Gegen 16 Uhr waren wir wieder an unserem Auto. Mittlerweile war es viel zu spät um zu unseren eigentlichen Ziel weiter zu fahren. Wir haben noch Bordeaux angefahren und haben für diese Nacht in einem Motel eingecheckt....

13. August 2016

Badetag in Capbreton (Atlantik)

Heute stand mal wieder ein ruhiger Tag auf dem Programm. Adele hat noch ihr Mittag erhalten und dann ging es los in das ca. 10km entfernte Capbreton. Der Strand war auch schön groß und wir haben uns unter die Leute gemischt. Badehose an und ab ging es ins Wasser. Katja war ziemlich zuversichtlich dass es warm sei. Aber es war nicht so- es war eisig. So schnell wie wir drin standen, waren wir auch wieder draußen obwohl das Thermometer 37 Grad angezeigt hat. 

12. August 2016

Bayonne und Geburtstag

Geburtstag, Geburtstag, Geburtstag! Und irgendwie fühlt es sich an, wie jeder andere Tag auf Reisen auch. Keine Freunde und keine Familie die vorbei kommen. Irgendwie fällt Geburtstag dieses Jahr aus, auch gut, da wird man kein Jahr älter!
Wir haben uns heute  Bayonne angeschaut. Es hat nix besonderes zu bieten, dennoch ist es wieder eine wunderbare Stadt. Französisch eben! Viele rote Fachwerkhäuser. Rot-Weiß sind die Traditionsfarben hier. Spanisches Flair schwappt über die nahe Grenze. Wir sind im Baskenland angekommen. Wir haben das Gefühl, die Basken sind netter und wohlgesinnter. Sie sind ja auch keine Franzosen, sondern eben Basken- darauf wird hier wert gelegt. Sie sprechen auch ihre eigene Sprache "Euskara", teilweise gibt's hier zweisprachige Schilder. 
Wir haben wie Gott in Frankreich in Bayonne geschlemmt. Ohja, von Essen haben die Franzosen wirklich Ahnung. Unsere Sprachprobleme haben heute wieder für viel Lachstoff gesorgt. Der Nachbarstisch wurde im Dolmetschen mit eingeschaltet, um uns das Dessert zu erklären. Verstanden haben wir trotzdem nichts, als es kam erkannten wir gefüllten warmen Streuselkuchen. 
Wir fühlen uns hier ein wenig wie in Australien, breite Straßen, flache Bungalows mit Vorgärten.Nur fehlen hier die grasenden Kängurus. 

11. August 2016

Pic du Jer / Weiterfahrt nach Bayonne (Atlantik)

Irgendetwas muss man doch hier noch anstellen können, haben wir uns heute früh gesagt. Für Pic du Midi war es zu weit und lag absolut nicht auf unserer Strecke. Zum Glück gibt es in Lourdes einen weiteren Berg, den Pic du Jer. Wir sind mit der über 100 Jahre alten Drahtseilbahn herauf gefahren. Auf dem Gipfel gab es noch einen kleinen Rundweg den wir abgelaufen sind. Die Wetterbedingungen waren ideal. Wir konnten auf Lourdes schauen. Katja meint sogar, den über 100 km entfernten Atlantik gesehen zu haben. Danach ging es dann auf der Autobahn nach Bayonne. 
Unser Reiseführer hat uns vorgewarnt, dass die Campingplätze restlos ausgebucht wären. Wir haben nicht drauf gehört und am eigenen Leib erfahren müssen. "Complet", sprang gleich ins Auge . Die nächsten 7 die wir mit unserem schönen holprigen Französisch angerufen haben, waren auch alle voll oder es ging eine Bandansage ran, die wir nicht verstanden haben. Aber wir hatten doch noch Glück. Wir  sind zwar nicht direkt am Wasser, doch dafür auf einem Bauernhof mit Esel, Hühnern, Schafen und Kühen und vielen vielen Hunden und Katzen. Es ist wirklich schön hier. Vom Atlantik her weht ein kalter Wind, hoffentlich lässt er die nächsten Tage noch nach... Oben seht ihr unsere ganze Ausrüstung die wir herumfahren ;-)

10. August 2016

Lourdes

Heute war wieder ein Weiterreisetag. Zeitig haben wir das Zelt abgebaut. Leider mussten wir eine unschöne, nach Katjas Worten, ekelhafte Entdeckung machen. Ameisen haben sich in unserem Zelt breit gemacht. Wegen dem Innenteppich und durch die Schlafkabine ist es uns nicht vorher aufgefallen. Die Ameisen transportierten wie wild ihre Eier hin und her. Katja erklärte ihnen den Krieg, aber sie wird kaum alle erwischt haben. Nun hoffen wir auf den Sauerstoffentzug der sein übriges tut. Für heute haben wir in ein schäbiges Hotel eingecheckt. Wir sind in Lourdes, der heiligen Pilgerstätte der Christen. Oder auch dem Mekka der Christen oder Las Vegas der Katholiken genannt. Geplant war vorher noch ein Abstecher zum Pic du Midi, dem höchsten Berg und Aussichtsplattform der Pyrenäen. Leider steckte der Gipfel in einer Wolkendecke, daher blieben wir unten. Somit waren wir zeitig in Lourdes. Die Stadt ist wahrlich häßlich! Sie besteht aus schlichtweg unzähligen Hotels und Souvenierläden, wo man sich Kruzifixe und Wasserkanister kaufen kann. Ja genau, Wasserkanister! Denn das Wasser ist heilig, und soll wahre Wunder bewirken. Literweise wird es abgefüllt und weggeschleppt. Die Heilige Bernadette hatte irgendwann im 19. Jahrhundert die Erscheinung der Heiligen Maria und hatte Visionen. Bernadette wurde heilig gesprochen und  auf der Grotte wurde eine pompöse Kathedrale errichtet. Bei der Grotte selbst stehen täglich stundenlang unzählige Pilger an, um hinein treten zu können, und um die Felswände zu berühren, natürlich stets in der Hoffnung, selbst eine Vision zu haben. 
Wir haben uns noch eine Prozession mit dem Bischof und anderen wichtigen Leuten mit schwenkten Weihrauch angesehen. Ob wir als Nicht-Gläubige auffielen? Spätestens als alle zu Boden knieten und wir stehen blieben, wurden wir entlarvt. Wie auch immer, es war interessant in eine andere Welt einzutauchen und den Gläubigen zuschauen. Lourdes du bist zwar häßlich, aber du hast uns einen amüsanten Tag bereitet.

9. August 2016

Andorra / Pas de la Casa

Andorra war laut Navi nur 75 km bzw 75 Minuten von uns entfernt. Warum keinen Abstecher machen- haben wir uns gedacht. Andorra hat touristisch nicht viel zu bieten. Da es aber wie in Monaco keine Steuern gibt, zieht es tausende von Menschen zum Einkaufen täglich hier hin. Leider wurden aus den 75 Minuten fast drei Stunden...

Pas de la Casa hat nur knapp 2000 Einwohner und liegt auf über 2000m Höhe in den Pyrenäen. Die Parkhäuser und Einkaufszentren liegen mitten in den Bergen. Von weiten sah es wie ein Mega Containerschiff aus. Einen Parkplatz zu finden war recht einfach. In diesem Dorf kann man im Winter bestimmt herrlich Ski fahren aber im Sommer sind nur Shoppingwütige anzutreffen. Die zahlreichen LKW's die mit uns im Stau steckten, haben die Ware auf dem Berg gebracht, um dass es die Touristen wieder den Berg runter fahren. Wir haben überall den Preis verglichen. Aber ein wahres Schnäppchen haben wir nicht gefunden. Ob Parfüm, Elektronik oder Alkohol. Alles war annähernd gleich teuer bzw billig. Da können wir Deutschen echt nicht meckern, denn bei uns scheint alles billig zu sein. Nur die Spanier und die Franzosen haben eingekauft und an den Kassen waren 4 Stellige Summen zu sehen. Nur Tabak war um die Hälfte günstiger. 

Die Pyrenäen haben noch ihre Ruhe ausgestrahlt. Aber im Dorf herrschte Hektik und Chaos. Laute Musik, überall Autos und Menschen die wie wild die Straßen kreuzten. 

Fazit Andorra bzw Pas de las Casa ist kein Muss, aber es war einfach nur gigantisch was in den Bergen entstanden ist!!!

8. August 2016

Foix / Labouiche

Ach die Pyrenäen sind so schön. Hier tickt die Uhr langsamer. Hier wird noch mit dem Hahn aufgestanden und alles läuft sehr gechillt. Die Landwirtschaft ist hier der Hauptwirtschaftszweig und das spürt man sehr. Ein bisschen kommen wir uns vor wie in Hobarts Tasmanien. Die Einwohner sind alle etwas schmuddelig und einfach. Torsten meinte heute: cool, da fallen wir in unserem Dauercamping-Look gar nicht auf :-)
Unter dem Dörfchen Labouiche fließt Europas längster unterirdischer Fluss. Dort wollten wir heute hin, es klang spannend. Die Boote waren kleine enge Gondeln aus Alu. Die Fahrt dauerte 75Minuten. Minuten des Grauens!!!! Katja hatte wirklich Angst! Es war kein Fluss, eher ein Bach! Tierischt eng, man musste immer die Köpfe einziehen, teilweise auf den Schoß legen. Es wurde stockdunkel, sodass man die Hand nicht mehr vor Augen erkennen konnte. Man hörte nur den Guide immer sagen: please mind your head. Und irgendwann wurde es wieder hell. Die Fahrt ging vorbei an gruseligen Kammern, wo ein Grab mit einer Frau und Baby aus der Urzeit gefunden wurde. Mehr zum Gucken sind wir nicht gekommen, wir mussten wieder die Köpfe einziehen. Adele hat alles cool genommen, sie war entspannt und pennte irgendwann ein. Sie musste ja auch nicht permanent auf ihren Kopf achten. Am Ende der Tour kam als Highlight ein Wasserfall, der in den Fluss stürst. Schon toll, was die Natur so zaubert, nur nicht noch einmal mit Katja! Sie war heilfroh, als sie irgendwann wieder Tageslicht sah und Torsten fande es total abenteuerlich! Fotos durften wir nicht machen, dafür wäre auch keine Möglichkeit gewesen.

7. August 2016

Weiterfahrt nach Foix

Heute hieß es wieder packen. Wenn man im Hotel wohnt ist es zum Glück nicht viel. Adele hat 2 Plastikkisten Essen, eine Windeltüte, ein Reisebett und eine Wickeltasche. Wir beide haben je eine Tasche. So muss Torsten schon drei mal gehen, eher er alles im Auto hat. Beim Campen kommen noch Stühle, Tisch, Zelt, Kocher, Vorzelt, Gasflasche, Küche, Teppich, Matratze, Bettzeug, Geschirrkiste und  all dieser Krimskrams dazu. Kaum zu glauben, dass das alles ins Auto passt. 

Unser letzter Vermieter war sehr lustig. Er hat zwar nicht mit uns gesprochen aber er hob immer seinen Finger mit der Geste "ich habe einen Gedanken" und holte sein IPad. Mit Google Übersetzer haben wir bestimmt eine halbe Stunde hin u her geschrieben. Small Talk mal anders bevor es dann los ging. 

Eigentlich wollten wir so schnell wie möglich an den Atlantik. Aber die Pyrenäen und die Landschaft  strahlen so eine Ruhe aus, dass wir uns es nicht nehmen lassen haben noch ein paar Tage hier zu bleiben. So sind wir weiter ins Gebirge gefahren um den warmen Temperaturen zu entfliehen. Gelandet sind wir bei Foix- wieder auf einen schönen Campingplatz. Katja hat für die nächsten Tage schon ein paar Unternehmungen herausgesucht. 

Wir waren hier nur noch im Pool baden und lassen den Abend in Ruhe ausklingen. 

Ach, hier haben sich die Weinberge in Sonnenblumenfelder gewandelt.  

6. August 2016

Carcassonne

Nun ja, wie sollen wir diesen Tag beschreiben. Er fing recht gut an! Das Bett der Pension war ein Traum, und das Frühstück auf der Sonnenterrasse very französisch und furchtbar liebevoll hergerichtet. Die Sprachprobleme fanden alle eher lustig, und dass erste Mal waren wir nicht die dummen Touristen weil wir kein Französisch sprechen. Es wurde mit Händen und Füßen gestikuliert um uns zu erklären, welche Art von Sorte Selfemade Marmelade es nun ist. 
Nachdem Frühstück chillten wir noch ein wenig im Zimmer, und dann kam das " Klopf Klopf" an der Tür, was unseren Tagesplan verändern sollte. 
Stay? Qui, till tomorrow! 
Furchtbares Französisches Gefluche ging los und die nette zierliche Dame vom Frühstück war ganz außer sich. Die kleine Pension war überbucht, und für uns kein Platz. Da hat der tanzende Pensionsvater wohl etwas vermehrt. Es ging hin und her und plötzlich waren die Sprachprobleme doch eine Barriere. Die belgische Nachbarin wurde hinzu gezogen und dolmetschte zwischen uns. Fakt war, wir mussten gehen. Nur wohin? Es ist ein Festival in der Gegend und alles restlos ausgebucht. Hin und her, her und hin. Die zierliche Dame war den Tränen nahe und küsste immer Adele, weil es so tragisch war avec bébé. Sie rief ihren alten Freund Pierre an. Pierre hatte noch ein Zimmer frei! Halleluja! Nur war es weiter weg, und nachdem der Pensionsopa vergebens versucht hatte uns eine Karte zu zeichnen, brachte er uns persönlich zu Pierre. Dort wurden wir freudig empfangen, Adele wieder geküsst und alle sind glücklich. 
Nach großer Verzögerung wollten wir dann nun doch uns noch Carcassonne anschauen. Wir sind enttäuscht,... Menschenmassen ohne Ende,  ein Souvenirshop nachdem anderen, unzählige Cafés wo sich dicke Touristen nieder lassen können, befinden sich in der Burg-Altstadt. Vielleicht haben wir auch schon zu viel gesehen, gerade Briancon in den Alpen war ähnlich. Aber dort waren Künstler in ihrem Ateliers und keine Massenfertigung. Ja, die Stadt mit den 57 Türmen und gepflasterte n Straßen ist schön, aber Carcassonne ist nicht das Must See von Frankreich! Da hatte unser Dorf mit 200 Einwohner, 2 Straßen, 1 Tapas-Bar und Rentner die auf der Bank sitzen mehr Charme und Karma als ganz Carcassonne zusammen. 
Übrigens ist das. Italienische Flair verflogen- hier weht schon spanischer Wind.  Pizza gibts nicht mehr, jetzt gibts Tapas, Siestas und gaaanz viel Wein!