23. April 2019

Madaba - Tag 3

Heute mussten wir leider Amman verlassen, viel zu früh, denn wir haben nur einen Bruchteil dieser quirligen lebensfrohen Stadt erleben dürfen. Aber wir haben uns schon neue Reiseziele zurechtgelegt, wo wir Amman noch einmal als Stopover einbauen können. 
Ganz entspannt konnten wir heute unser Hotel verlassen und hatten somit noch am Vormittag genug Zeit das Theater ohne Regen zu sehen und noch einmal den naheliegenden Souk zu durchqueren. Verrücktes Markttreiben lieben wir sehr und dank unseres Goldlöckchen fallen wir sofort auf. Hier eine Dattel, da eine Banane, dort ein Keks und wir drei konnten anschließend gesättigt zum Flughafen starten. Denn heute  mussten wir unser Auto abholen!  Der Roadtrip sollte nun starten. Da es hier kaum Verkehrsschilder gibt, Vorfahrt mit Hupen und wilden Gestikulieren signalisiert wird, hat Katja sich als Fahrer ausgeklinkt. Kurz nachdem wir unser Auto mit einem Pascha-Heck entgegen genommen haben, ging der Spaß schon los. Katja bekam aller paar Meter Schnappatmung und Torsten hatte nach 5 Minuten den Hup-Rhythmus raus. Nur nicht als Tourist zuerkennen geben, lautete seine Devise- nur klebt dummerweise am Pascha-Heck ein Thrifty-Aufkleber.
Unser erster Stopp sollte Madaba sein. Wir bekamen gestern den Tipp, nur nicht die Hauptstraße zu verlassen. Eine Baustelle zwang uns aber dazu und ruckzuck waren wir ein paar Nebenstraßen weiter in einer kleinen Zeltsiedlung. Neugierig schauten Kinder hinten den Lagen hervor um zuschauen wer sich da verirrt hat. Traurig schlugen wir den Rückwärtsgang ein, und verließen die Straße so schnell wie wir sie befahren haben. 
In Madaba dachten wir anfangs erst ok- wo sind wir hier? Aber auf dem zweiten Blick ist es doch ein nettes Städtchen. Sie wird auch die Mosaik Stadt genannt. Mosaike aus dem 6. Jahrhundert zieren an verschiedenen Orten die Stadt. Wir besuchten zufällig den Burn Palace wo viele Mosaike noch gut erhalten sind, obwohl das Gebäude ringsum abgebrannt ist. Der nette Herr, der uns unaufgefordert alles zeigte, hielt am Ende seiner privaten Führung die Hand auf und fragte: Tip? Tip??! (Trinkgeld) Das bekannteste Mosaik ist in einer christlich/orthodoxen Kirche, es soll die Landkarte von Palästina zeigen. Wir konnten es leider nicht sehen, da wir mitten in den Gottesdienst hinein platzten und freundlich nickend wieder gingen. 
Ja, Kirchen gibt es hier auch. 10% der Bevölkerung seien laut Reiseführer Christen. Hier in Madaba merkt man es deutlich: Kirchen stehen direkt neben Moscheen, viele Frauen tragen keine Kopftücher,  im Restaurant gibt es Bier und Wein und beim Verlassen des Lokals bekamen wir erstmals: "God bless you" entgegen geträllert. 
Ein entspannter Tag neigt sich somit bei uns dem Ende zu und wir sind immer noch im vollen Jordanien-Modus. 

Fotos:



22. April 2019

Amman und Jarash

Als wir heute morgen die schweren Vorhänge bei Seite schoben, dachten wir uns trifft der Schlag: es regnete immer noch. Nach dem Frühstück zogen wir trotzdem los, Adele strafte uns mithochgradigen Gebocke, denn sie hatte überhaupt keine Lust das Hotel zu verlassen. Wir liefen auf den Jabal al-Qal'a, einer der vielen Hügel auf den Amman erbaut wurde. Oben angekommen regnete es zwar nicht mehr, aber es wehte ein eisiger Wind. Wir wurden mit einem fantastischen Blick über Amman begrüßt und auch Adeles Laune besserte  sich, als sie die vielen alten römischen Säulen und Mauern entdeckte. Hier konnte man ja prima umher rennen und so einiges entdecken. Wir liefen den Rundweg entlang vorbei an der Hand des Herkules,  den übriggebliebenen Säulen des Herkules Tempels und der Zitadelle. Durch den Regen der letzten Tage erblühte die sonst so karge Landschaft traumhaft schön. Am Nachmittag hatten wir wieder eine Verabredung mit den Eltern von Katjas Kollegen. Heute wollten sie uns Jerash zeigen. Die Stadt liegt etwa 40km nördlich von Amman und war einst eine wohlsituierte römische Provinzstadt. Wir spazierten entlang der gerade jetzt so übbigen Blumenlandschaft. Überall schoss es in gelben, blauen und roten Farben hervor. Jerash war wirklich wunderschön und wir sind sehr dankbar, dass die Eltern sich extra Zeit für uns genommen haben. Anschließend luden sie uns zum typischen arabischen Abendessen ein. Es war so unglaublich viel, dass der Tisch kaum ausreichte. Immer wieder fragten sie uns, warum wir nichts aßen, dabei waren wir schon längst satt! Und zack es landete wieder eine Kelle auf unserem Teller was wir unbedingt noch probieren sollten. Kugelrund verließen wir das Restaurant aber mit dem Wissen: traditionelles Essen ist verdammt lecker! We love it! Wir waren so unglaublich ko von dem langen Tag und dachten das er sich nun dem Ende neigt, aber die Rechnung machten wir nicht mit der außerordentlichen arabischen Gastfreundschaft. Wir wurden nun noch auf ein Tee bei ihnen zu Hause eingeladen. Stolz wurde uns das Haus gezeigt, die anderen Söhne vorstellt und frischgepresster Orangensaft und Tee gereicht.
Als sie uns dann zu unserem Hotel zurück brachten, sagten sie, dass sie hofften Jordanien uns ein Stück näher gebracht zu haben und dass sie hoffen das ihr Land uns gefiele. Voller Stolz haben sie uns all das Schöne heute gezeigt, sich Zeit für uns eibgeräumt und uns in ihr Heim und Familie eingeladen - obwohl wir eigentlich Fremde für sie sind. Diese Erkenntnis ist herzerwärmend. 

Fotos:


21. April 2019

Amman - Tag 2

Regen! Und das ist einer Wüstenstadt! Und wenn es hier schon einmal regnet, dann so richtig. Wir waren gerade am Römischen Theater gleich bei uns um die Ecke angekommen, fing es an. Ein Tropfen, zwei Tropfen und dann meinte der Himmel sich über uns ergießen zu müssen. Wie rannten in das naheliegende Folkloremuseum. Aber das bestand nur aus 2 Räumen, mit Gewändern und Kannen- kurzum wir waren innerhalb von 3 Minuten durch und es regnete immer noch. Das Wasser schoss die Stufen des Theaters nach unten und sammelte sich auf dem Platz. Wir entschlossen uns zu rennen, es konnte ja nicht so schlimmer werden, da das Hotel nur 300 Meter entfernt war. Doch es wurde schlimmer. Völlig durchnässt kamen wir im Hotel an und wir machten uns gegenseitig Vorwürfe warum wir die Regenschirme nicht mitgenommen hatten. Nachdem wir wieder trocken waren starteten wir den 2. Versuch. Dieses Mal mit dem Taxi zur Shopping Mall. Taxifahren! Privatleute über eine App ordern in einem arabischen Land- okay klingt spannend. Und die Taxifahrten sollten heute zu unseren Hightlights werden. Da man hier mehr im Stau steht, als das man fährt hatten wir viel Zeit zum erzählen. Wieder große Verwunderung, warum wir nur ein Kind haben. Gleich wurde während der Fahrt das Handy gezückt und uns stolz Fotos der Kinder gezeigt. Inklusive ausführlicher Erklärung der Namen. Entsetzen kam auf als wir verrieten, dass wir nicht verheiratet seien, aber ein gemeinsames Kind hätten. So etwas gibt es hier nicht, in Deutschland dafür umso mehr klärten wir auf. Einer zeigte uns Fotos vom jordanischen Leibgericht und er zeigte uns gleich wo man es am besten essen konnte. Wir wurden über die 5 täglichen Gebete des Islams aufgeklärt (die sind nämlich abhängig von der Sonne) und von Reisen nach Mekka.  Ja, die Taxifahrer waren heute unsere persönlichen Reiseführer und wir erfuhren jede Menge Interessantes über Land und Leute. 
Aber zurück zum Trip zur Shopping Mall. Sie war sehr schick aber etwas fehlte: die Menschen! Sie war wie leer gefegt und somit machte es wenig Spaß Zeit darin zu verbringen. Wir aßen zu Mittag und lauschten dem Gewitter was über uns tobte, zum Glück sahsen wir dieses Mal im Trockenen. 
Als das Unwetter vorbei war, liefen wir den Boulevard entlang und tranken unseren Coffee to Go. Hier wirkte alles recht pombös und untypischerweise klang englischsprachige Musik aus den Lautsprechern. Wir liefen zum Hotel Rotana - dem wohl höchsten Gebäude hier. Wir versuchten unser Glück und wollten das Rooftop checken. Freundlich wurden wir abgewiesen, dass es nur für Hotelgäste sei und uns wurde direkt der Weg nach draußen gezeigt. Jeansjacke, Dutt, Fotoapparat und ein übermüdetes Kind passten nicht zum Klientel. Uns überholte ein Scheich (? wir nennen ihn einfach mal so) mit feinem Gewand, Turban und Köfferchen und der Chauffeur öffnete die Autotür. Upps, es war wirklich nicht unsere Liga. 
Unser nächstes Taxi brachte uns ins regensichere Kindermuseum. Adele war glücklich, powerte sich 2,5h so richtig aus und wir erfreuten uns im Trockenen zu sein. 
Am Abend trafen wir uns mit dem Papa von Katjas Arbeitskollegen. Er zeigte uns seine Augenarztpraxis und erklärte uns alles. Er lud uns in ein Café ein und uns wurden wieder kalorienreiche Köstlichkeiten des Landes serviert. Adele schlief auf dem Sofa ein, dem Kindermuseum sei Dank.

Fotos:

20. April 2019

Jordanien - die Anreise


Endlich wieder ein Roadtrip- endlich wieder in ein fernes, uns fremdes Land reisen.  Off to Middle East- Off to Jordan! Unsere Anreise verlief ziemlich stressfrei und zu ganz humanen Zeiten. 12:35Uhr startete unser Flugzeug in Prag Richtung Amman. Adele war so aufgeregt und begeistert vom Fliegen, dass sie ganz brav war und im Flugzeug sahsen wir neben einer arabischen Familie mit einem Jungen in Adeles Alter- die beiden rockten das Flugzeug und unterhielten die umliegenden Sitze lautstark, auch wenn sie kein Wort von einander verstanden, was sie sprachen. 
In Amman angekommen, bekamen wir problemlos das Visum für Adele. Das lag Katja die ganze Zeit ein bisschen schwer im Magen. In ein Land zu fliegen ohne vorher das Visum für Adele in der Hand zu haben, puh... Unseres war bereits im Jordan Pass inbegriffen.
In der Flughafen-Halle verabschiedeten wir uns noch vom "Jungen" dessen Namen wir nie herausbekommen haben und suchten uns ein Taxi. Direkt wurden wir angequatscht, Torsten sagte ja und wir gingen mit. Katja fragte immer wieder nach dem Preis und wurde schlicht weg ignoriert. Torsten verstand 15, Katja 50! Plötzlich hielt Torsten ein Handy in der Hand und diskutierte vermutlich mit dem eigentlichen Fahrer um den Preis, denn er wollte wirklich 50 haben. Wir verabschiedeten uns und nahmen ein reguläres Taxi für 22DJ. Der Taxifahrer  war verwundert wo unsere anderen Kinder seien. Zu Hause? Wie viele? Nein, wir haben nur 1! Er hat immerhin 9 (!) Er lachte immerwieder über unsere Bemerkungen und Verwunderungen über Gesehenes am Straßenrand und trällerte freundlich: it's a other world! Ja, dass war sie tatsächlich, schon die kurze Fahrt vom Flughafen nach Amman. Im Hotel wurden wir herzlichst begrüßt, ein alter Mann mit einem Nymphensittich auf der Hand erklärte uns alles und wir checkten ein. Unser Hotelzimmer ist sehr einfach aber immerhin wissen wir, in welcher Richtung Mekka liegt. Wir liefen später noch ein bisschen die umliegenden Straßen entlang, aßen kalorienreiche Köstlichkeiten und fühlen uns so richtig angekommen, wenn nur diese fürchterlichen 8Grad Außentemperatur nicht wären. Immer wieder hören wir, welcome toJordan! Und wir glauben, sie meinen es tatsächlich ernst?! Danke! Wir freuen uns, euch kennenzulernen.

6. September 2018

Schloss von Versailles 05.09.2018

Nachdem wir bereits den Park vom Schloss Versailles per Rad erkundet haben, sollte heute das Schloss dran sein. Mit dem Bus fuhren die lange Avenue de Paris entlang und stiegen direkt vorm Chaetau aus. Aber was war denn das? Menschen ohne Ende tummelten sich vor dem Eingang rum. Fotografierwütige Japaner und IPad-Fotografen drängten sich am goldenen Tor und ergatterten ebenso Fotos von Adele. Europäisches rotblondes Kind- Katja bestrafte alle mit den bösen Blicken, danach getraute sich keiner mehr Adele zu fotografieren. 
Als wir endlich die Tickets hatten, konnten wir auch schon in das Schloss. Zu unserer Enttäuschung mussten wir den Buggy abgeben, was uns später noch die Nerven rauben sollte. 
Im Schneckentempo schoben sich die Touristen durch die einzelnen Räume von Ludwig des IV. Alles war so prunkvoll, dass es schon verschwenderisch wirkte. Wir sind uns sicher, dass wir solche pompösen Räume, Verzierungen und Innenausstattungen noch nie gesehen haben. Wir bestaunten das Bett (er muss ein kleiner Mann gewesen sein), die Bibliothek, eine Kapelle sowie den berühmten Spiegelsaal. Natürlich im Schneckentempo der Meute. Adele fand es gar nicht toll. Sie wollte umher flitzen und die Prinzessin suchen. Aber es war kein Durchkommen zwischen all den Beinen. Zum Tragen war es im Schloss viel zu warm und auf die Schultern durften wir sie nicht nehmen: Pardon Madame - kam sofort einer auf uns zu und wies uns zurecht das es forbidden sei. Adele protestierte immer mehr und warf sich auf dem Boden mitten im Spiegelsaal unter all den Augen der fotografierwütigen Japaner. 
Nachdem wir dann das Schloss im Schnelldurchlauf erkundeten, gingen wir noch in den Garten. Zum Glück bekamen wir hierfür den Buggy wieder und die Temperatur war wieder erträglich. Unser Resümee zum Schloss: es ist wunderschön und beeindruckend, man sollte sich viel Zeit und Geduld mitbringen um es genau erkunden zukönnen. Mit Kleinkind ist aber nicht zu empfehlen, weder für einen selbst noch für das Kind. 
Dies sollte auch unser letzter Urlaubstag sein. Wieder einmal hatten wir eine herrliche Zeit in Frankreich. Die Franzosen im Norden, die sogenannten Schie's sind wesentlich netter und wohlgesonner als im Rest des Landes. Die Franzosen lieben es, wenn man sich vor ihnen zum Deppen macht. Sobald man verkorkste Brocken wie Bonjour, Merci, Au'revoir, Bon Journee, Je voudrais, un, deus, trois, s'il vous  plait entgegen schmettert, freuen sie sich und sind stets hilfsbereit und wechseln dann ins Englische. 
Frankreich ist immer eine Reise wert und es war sicherlich nicht unsere letzte Reise in dieses ach so schöne Land.   


Bilder:

5. September 2018

Shoppingtour in Südparis - 04.08.2018

Heute waren wir bummeln im Vélizy 2...

4. September 2018

Garten von Monet - 03.09.2018

Unsere alltäglichen Starte in den Tag werden immer zäher und langsamer. Wir schlafen lange, genießen die Ruhe auf dem Campingplatz und frühstücken lang. Bis wir 3 dann auch mal so richtig in die Gänge kommen, ist auch schon wieder fast Mittag. So kamen wir auch heute erst wieder spät los. Die Fahrt sollte ins 75km entfernte kleine Dörfchen Giverny gehen. Torsten moserte schon auf der ganzen Strecke rum, weil er absolut keine Lust auf einen „Garten" hatte. Aber es war nicht irgendein Garten. Es war der Garten von Claude Monet. Okay, wir sind jetzt keine Kunst-Liebhaber und vom Impressionismus verstehen wir auch nicht wirklich etwas. Aber wenn wir schon in der Gehend sind, sollten wir uns so etwas nicht entgehen lassen. 
Das kleine zartrosafarbene Häuschen ist umgeben von einem zugewucherten  Garten. 1000 Blüten in allen Farben ragten hoch ins Sonnenlicht und die Bienen summten munter umher. Es war ein wahrer Genuss den Garten entlang zu spazieren, und auf der berühmten Brücke seiner Bilder zustehen. Stelbst Torsten hörte auf mit meckern und gewann Gefallen an dem entzückenden Garten. Wir besichtigten noch das Wohnhaus und das Atelier von Monet. Es hatte etwas magisches in dem alten Steinhaus zu sein. Wir verbrachten noch eine ganze Weile auf einer Bank im Garten und genossen das herrliche Wetter und den Blumenduft. 
Den Rest des Tages verbrachten wir noch auf dem Spielplatz und spielten mit Adele Fußball. Entspannt ging ein weiterer Urlaubstag zu Ende. 

Bilder:

3. September 2018

Park von Versailles 02.09.2018

Oh Gott, es ist Sonntag! So erschraken wir uns, als wir feststellten, dass unsere wenigen Vorräte zu Neige gingen. Da wir keine Kühlmöglichkeiten haben, gehen wir nahezu täglich oder spätestens aller 2 Tage einkaufen. 
Den ganzen Vormittag verbrachten wir also damit einen Supermarkt zu finden, der sonntags geöffnet hat. Zum Glück sind die Gesetze hier nicht so streng wie bei uns, sodass wir noch einen fanden der bis 13Uhr offen hatte. 
Nach dem Mittag leihten wir uns Fahrräder aus und fuhren zum Schloss von Versailles. Das Schloss vom Sonnenkönig Ludwig des XIV. ist der Magnet von Versailles. Schon von Weitem sieht man es übbig gold funkeln. Die gesamte prunkvolle Anlage mit Schloss, Garten und anschließenden Park fast 800ha. Der Park ist frei zugänglich und so fuhren wir mit unseren klapprigen Rädern entlang des Canal Grande, vorbei an Boule spielenden Einheimischen, sich sonnenden Touristen und Menschen die sich genauso auf dem Rad versuchten wie wir. Das herrliche Wetter, die wundervolle Gegend und die hübsch verzierten Koniferen versüßten uns den Nachmittag. Irgendwo hörte man Höfische Musik spielten und der Neptun Brunnen spuckte hohe Fontänen. 
Adele brüllte vom Kindersitz immer wieder: „jetzt gehts los" und Torsten rief freudig: „allez les bleus" und „via la france" sodass sich die Leute umdrehten. Ich hielt einen großen Sicherheitsabstand, damit niemand auf die Idee kam, dass ich dazu gehörte. 
Nach 20Kilometer radelten wir dann die große Rue du Paris zurück und fühlten uns wie kleine Franzosen.   





2. September 2018

Weiterfahrt nach Versailles - 01.09.2018

Ein Hoch auf die Sozialen Medien! Es ist inzwischen so einfach Freundschaften über Jahre und Entfernungen aufrecht zu erhalten. So haben wir mit unseren Freunden aus Australien noch recht guten Kontakt. Würde es Facebook, Instragram und Co nicht geben, wäre der ein oder andere Kontakt inzwischen verloren gegangen. Torsten hat gestern Abend auf Instagram entdeckt, das Jon (in England lebend), unser langer Weggefährte an der Ostküste Australiens, in der Normandie „eincheckte". Via WhatsApp haben wir ihn konstatiert und keine 12 Stunden später sahsen wir in einem kleinen französischen Café und tranken Café-au-lâit, und packten die alten Kamellen von damals aus. Wir lernten seine Freundin Katie kennen und stellten unsere Adele vor. 

Von Uwe und Elisabeth mussten wir uns heute leider verabschieden. Wir hatten eine ganz wunderbare Zeit mit den beiden, und die Normandie werden wir nun immer mit ihnen in Verbindung bringen. Adele war ganz vernarrt in Elisabeth und schnattertet noch während der Autofahrt nach Versailles von ihr. 
Hier schlugen wir unser Zelt auf. Wir sind in einem Waldstück direkt in Versailles. Er wurde als ruhig und idyllisch im Internet angepriesen. Idyllisch ist er wirklich, woher die Interpretation von ruhig kommt wissen wir nicht. Der Zug von und nach Paris schmettert regelmäßig an uns vorbei, was einem Düsenjet gleicht. 

1. September 2018

Utha Beach 31.08.18

Die Sonne strahlte uns heute morgen förmlich entgegen, die Kälte der Nacht ist wie verflogen und der Tag schien vielversprechend zu werden. Voller Entsetzen haben wir bemerkt, dass es schon unser letzter Tag hier im hohen Norden ist- völlig unklar wohin unsere Reise noch führt. 
Heute wollten wir noch einmal den naheliegen Utha Beach besuchen. Das sollte dann aber auch der letzte Kriegsschauplatz sein. Wieder standen in den Dünen zum Teil erhaltene, zum Teil verfallende Bunker. Zwischendrin abgegraste Wiese und Schafskäckerle. Die Bunker werden als Weide und Schafstall genutzt, irgendwie eine moderne Art von upcycling. Wir spatzieten am Beach entlang, Adele sammelte Muscheln und Uwe gab uns einen Crashkurs in essbarer Muschelkunde. 
Schnell war dann das Abschieds-Abendessen gefunden. Zwar keine Muschel aber Krake sollte es geben, zubereitet a la Chef Uwe. Nachmittags chillten wir noch an unserem Strand, waren angeln, spielten Boule und wie sonst auch: warfen Steine ins Meer. 
Uwe bereitete abends das Essen vor und zu unserer Überraschung schmeckte Krake doch ganz gut. Katjas Leibgericht wird es zwar nicht werden, aber Torsten war hellauf begeistert und ist voller Motivation es zu Hause nach zu kochen. 
Es sollte unser letzter Abend zusammen sein. Uwe und Elisabeth setzen ihre Reise Richtung Osten weiter fort und wir suchten uns ein neues Ziel: Versailles!  
  


30. August 2018

Austobetag für Adele

Den heutigen Tag verbrachten wir mit ausgiebigen rumtoben auf der Hüpfburg, Rutschen, Balancieren, Steine ins Meer werfen, Anna und Elsa ausmalen, laufen im Watt, Krebse suchen, Angeln und Essen :) 
Nach den vergangenen 2 Sightseeing-Tagen legten wir einen Adele-Tag ein bevor es morgen wieder weiter geht. 
Wir stellten heute fest, dass wir hier oben unglaublich abschalten können. Das Barfußlaufen im Watt, das Beobachten der Wattwürmer und das Suchen nach Krabben und Austern lässt die Zeit still stehen. Wir sind weit weg von Arbeit, Alltag und sonstigen Dingen. Mit Uwe und Elisabeth haben wir eine schöne Balance, auch wenn wir manchmal befürchten das wir ihre Nerven zu sehr strapazieren wenn kleine Machtkämpfe zwischen Adele und uns stattfinden. Wer gewinnt wohl, wenn es um das Eis geht? :-) 

Le Mont Saint Michel - 29.08.2018

Le Mont Saint Michel! Heute sollte es endlich soweit sein. Die kleine Insel die bekannt durch die Benediktiner Abtei ist, ist eins der berühmtesten Wahrzeichen Frankreichs. Wir waren damals schon etwas traurig, dass wir dieses Highlight auf unserer Frankreich-Tour nicht mehr sehen konnten, daher war unsere Vorfreude umso größer. Und wir wurden definitiv nicht enttäuscht! Das Kloster ragt auf der Insel als wäre sie die Herrscherin über das Wattmeer, als bestimme sie Ebbe und Flut. Das Watt war bis zum Horizont und wölbte sich in verschiedenen Grautönen, sodass es ein mystisches Bild ergab. Im Watt sah man einige Wandergruppen, wir wollten eigentlich auch eine Tour buchen, aber mit Adele war es uns dann doch nicht geheuer und wir ließen es sein. 
Wir liefen vom Parkplatz über den Dammweg ca 2,5km direkt zur Insel. Wie hatten non stop einen wunderschönen Blick, da konnten  selbst der starke Wind und die paar Regentropfen nichts dagegen machen. 
An der Insel angekommen, ließen wir den Buggy stehen und erkundeten die engen Gassen und die Abtei zu Fuß. Die Gassen waren mit Touristen überlaufen. Über Treppen konnte man kleinere Terrassen erreichen, auf einer davon picknickten wir und Adele verfütterte ihr Baguette an Spatzen und Möwen. Hier auf der Insel lebten bis in die 70er Jahre noch die Benediktiner-Mönche und heute wird es wieder zum Pilgerort für Gläubige und Touristen. Die Insel wurde im 700Jahrhundert gebaut und es ist faszinierend mit welchem Mittel von damals so etwas Grandioses entstanden ist. 
Auf denn Rückweg schien die Sonne und ließ Le Mont Saint Michel noch einmal aufleuchten, als sage sie leise Au'revoir.

Bilder:

 

D-Day Beaches 28.08.2018

Wir nennen uns „Reisegruppe ungeplant", so ungeplant wie aktuell sind wir noch nie losgezogen. So gestaltete sich auch unser Tag anfangs etwas holprig, da wir ohne Plan zu den Beaches wollten. Ziel war erst der Omaha Beach, der auch Bloody Omaha genannt wird. An diesem 7km langen Küstenstreifen fanden 1944 die blutigsten Kämpfe statt. Heute ist es ein friedlicher Ort mit einem goldenen Strand, wo die Menschen baden gehen und sich Sonnen. Man kann nicht erahnen, welche Schlachten hier stattfanden. Es steht ein Denkmal und es gibt ein kleines Museum, sonst sieht man weit und breit nur Sonmerhäuser und Dünen. Wir fuhren weiter zum „Cimetière Militaire Americain" zum amerikanischen Soldatenfriedhof. Hier erstrecken sich 1000te Marmorkreuze und Davidsterne in schier endlosen Reihen. Wir waren gefühlt die einzigen Deutschen unter zahlreichen Amerikanern und Franzosen. Überall weht hier in der Region die amerikanische Flagge neben der Französischen. Warum eigentlich nur die Amerikanische? An dem Manöver waren sowohl Briten, Kanadier und Polen beteiligt,  dass wird aber nicht so „gehypt". An der Gedenkstätte konnte man alle Landungen zeitlich noch einmal verfolgen, auch wenn alles sehr imposant und eindrucksvoll war, fehlte doch der Esprit. Oder aus irgendeinem Grund packte es uns nicht so emotional wie sonst eine Gedenkstätte.  Der nächste Stopp war in Longues-sur-Mer. Auf einem Rundweg in Küstennähe kamen wir an 4 Bunker/Batterien vorbei. In einem steht noch eine vor sich hin rostende Kanone und der Zahn der Zeit nagt auch an ihr. 
Bei schönsten Sonnenschein spazierten wir an diesem geschichtsträchtigen Ort entlang. Torsten und Adele kletterten in Bunker hinein und steckten ihre Köpfe heraus. Wir lachten und trieben unsere Späße  an einem Ort wo 1000te im Kampf ihr Leben ließen. Wir fuhren dann wieder Richtung Campingplatz und stoppten noch in Point du Hoc. Hier ist das gesamte Gebiet eine reinste Kraterlandschaft, und gefühlt so löchrig wie ein Schweitzer Käse. Die Bombeneinschläge sind nun mit Gras bewachsen und Adele hatte auch hier ihre Freunde dran rein und raus zu rennen. An den hießigen Bunker, sah man die verkohlten Wände und das Mahnmal an diesem Ort berührte uns zu tiefst. Menschen können so grausam sein, und wir sollten doch alle aus der Geschichte lernen. 
Mit neuen Bildern und Eindrücken kamen wir ko wieder in unsere kleinen Hütte an und bei Gegrilltem schmiedeten wir Pläne für den nächsten Tag.  



27. August 2018

Weiterreise

Bisher waren wir etwas nachlässig was das tägliche Posten anging,  da wir viel Zeit in Familie verbracht haben und nicht allzu spektakuläre Dinge erlebten. Das wählten wir dennoch bewusst so, da wir ab heute im nördlichsten Zipfel der Normandie angekommen sind. Hier haben wir uns  mit Uwe und Elisabeth getroffen und werden die nächsten Tage zusammen verbringen um die Gegend rum die D-Day Beaches zu erkunden. Heute sammelten wir an dem endlosen Strand riesige Jacobsmuscheln und suchten im Watt Würmer. 
Wir bezogen unsere Hütte nahe des Strandes und ließen den Abend mit einem Glas Wein ausklingen. 

25. August 2018

Ein weiterer Chillout-Tag in Yport

Alles was wir zur letzten Nacht geschrieben haben, müssen wir zurück nehmen, denn diese Nacht war um einiges heftiger. Es braute sich ein deratiger Sturm über dem Meer zusammen, der sich wohl ganz allein über unserem Zelt entladen hat, so schien es uns zu mindestens. Es regnet so sehr, dass wir uns regelrecht anschreien mussten, weil wir im Zelt kein Wort mehr verstanden. Adele hielt sich die Ohren zu und der Wind bließ unser Zelt in alle Himmelsrichtungen. So richtig geheuer war uns das ganze nicht und so hatten wir eine recht schlaflose Nacht. Unser Zelt blieb ganz und gegen Morgen ließ das Unwetter nach und brachte blauen Himmel und Sonnenschein. Den heutigen Tag verbrachten wir im Chill-Modus. Wir kauften entspannt Lebenmittel ein, aßen zu Mittag und genossen es das Adele endlich mal wieder Mittagsschlaf hielt. Wir laßen Zeitung, tranken Cidre  und sahsen faul in der Sonne. Am Nachmittag spazierten wir ein wenig umher, entlang an Maisfelder und Schaafherden die auf einem Bunker grasten. Der Anblick der 2. Weltkrieg Bunker gehört hier ins Landschaftsbild- für uns ist es sehr skurril und ein gruseliger Anblick. Torsten lief in einen ein paar Meter hinein, überall waren enge Gänge und... Ich pfiff ihn wieder raus, er solle es doch bitte sein lassen da drin umher zu laufen - mir war unwohl dabei, als er in diesem Betonklotz verschwand! 
In Yport war Pegasus-Fest und am Strand waren etliche Stände aufgebaut.  Adele ging ihrer täglichen Arbeit, dem Steine ins Meer schmeißen nach und wir beobachteten das bunte Treiben um uns herum. 
Heute ist windstill, Vollmond und sternklar! Wir stellen uns jetzt schon auf eine eisige Nacht ein. 

Bilder:

24. August 2018

Etretat

Letzte Nacht zog ein Sturm vom Meer heran und der Regen peitschte nur so gegen unser Zelt. Unser Zelt hielt tapfer durch und wir blieben im Trockenen. Den Vormittag haben wir wieder ganz entspannt am Strand, oder wie Adele sagen würde: am Schlossteich, vom Yport verbracht. Am Nachmittag fuhren wir nach Etretat ein kleines benachbartes aber viel bekannteres Fischerdörfchen. Etretat hat zwar nur knapp 500Einwohner mehr als Yport aber wir wurden von Menschenmassen erschlagen. Wir erhofften uns entspannte Spaziergänge am Strand und auf die Klippen, um die Felsformationen gut sehen zu können. Aber das Dörfchen war eine Hochburg an Touristen und es war voll an Restaurants, Souvenir-Lädchen und Ausflugsveranstaltern. 

Da Adele seit der letzten Fahrt mit der Parkeisenbahn im Küchwald auf Züge abfährt, ließen wir uns von ihr „bequatschen" und fuhren ganz Touri-Like mit der Bimmelbahn auf den Berg- Adele brüllte die ganze Fahrt: jetzt gehts los! Sodass alle mitfahrenden Franzosen jetzt definitiv textsicher sind. 
Von oben hatten wir einen grandiosen Ausblick auf Etretat und die Felsen, der eine erinnert an einen Elefanten der seinen Rüssel ins Wasser hält. Eine Kirche thront hoch oben und trotzt wahrscheinlich ebenso wie wir den Sturm. Unser kurzer kleiner Ausflug nach Etretat war wunderschön aber wir freuten uns umso mehr als wir in unser verschlafenes Yport kamen. Der Mann im „Konsum" korrigierte mich freundlich das man nach 18Uhr Bonsoir sagt, und  strahlte glücklich als ich ihm eine Avocado abkaufte. Die Bäckersfrau neben an, freute sich über mein neu erlerntes Bonsoir und verkaufte uns ihr letztes Baquette. Wahrscheinlich sind wir die einzigen Touristen die hier länger als einen Tag verbringen- aber das charmante Yport an der Alabasterküste hat definitiv genauso viel zu bieten, wenn nicht sogar mehr,  wie der berühmte Nachbar. 

Bilder:

23. August 2018

Anreise und die ersten beiden Tage

Frankreich 2.0 - so lautet unser Reiseziel für 2018. Nachdem wir unser eigentliches Ziel Montenegro wetterbedingt verworfen haben, suchten wir uns ein neues Ziel was nicht unter der diesjährigen Hitzewelle litt. Der Norden Frankreichs! Da wir 2015 unsere Runde nicht beendeten, war für uns sowieso klar, dass wir irgendwann zurückkehren würden. Man kann es nicht glauben, aber Frankreich verzaubert- und so fühlten wir uns auch wieder verzaubert als unser Reiseziel feststand. 

Die Anreise teilten wir wieder in Etappen, da wir lange Autofahrten mit Adele vermeiden. 500 Kilometer ist das absolute Maximum-  eingeplant werden  zahlreiche Stopps damit sie sich auspowern kann. Gerade mal 65km von zu Hause entfernt, zeigte sie uns was sie von der Reise hielt. Sie fand sie maßgeblich zum Ko*** und brach uns das Auto voll. Der Geruch begleitete uns dann die nächsten Tage noch. Die erste Übernachtung buchten wir während der Fahrt für ein Ibis Autobahnhotel kurz hinter der Deutschen Grenze bei Aachen. Wir aßen noch zu Abend und schliefen auch bei Zeiten ein. Am nächsten Tag fuhren wir dann die letzte Etappe von ca 600km bis hoch in den Norden Frankreichs nach Yport. Wir freuten uns sehr, als wir unseren schönen Campingplatz vorfanden. Yport liegt zwischen 2 Felsen und auf einem davon befindet sich unser Campingplatz. Von hoch oben haben wir einen fantastischen Blick aufs Meer und das kleine Dörfchen. Hinab zum Dorf kommen wir über eine steile Treppe und einer noch steileren Straße. 
Nachdem wir unseren Schlafplatz für die nächsten 6 Nächte sicher hatten, kam dann die endgültige Urlaubsstimmung auf.
Gestern erkundeten wir Yport. Soviel gibt es eigentlich gar nicht zu sehen. Der kleine Badeort hat gerade mal 850Einwohner, einen Fleischer, einen Bäcker,einen „Konsum" und eine Kathedrale. Alle Häuschen sind aus Stein gebaut und übbig bepflanzt. Wir sammelten 1000 Steine und Adele war fest entschlossen jeden einzelnen wieder ins Meer zu werfen. Trotz Ebbe verschwindet das Wasser nicht ganz, sodass wir noch gut am Wasser spielen konnten. Torsten sammelte emsig Muscheln, da er am Abend noch angeln wollte. 
Die Zeit verging so rasend schnell, dass es auch bald dunkel wurde. Gefangen hat Torsten nichts, außer einen Krebs der fleißig den Köder abknabbert ohne selbst an den Haken zu gehen. 

Heute wollten wir das erste Mal die Gegend erkunden. Wir fuhren nach Rouen, der Hauptstadt der Normandie und der Stadt wo im 15. Jahrhundert Jeanne D'Arc auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Wie im Mittelalter sieht es tatsächlich heute noch aus, das Stadtzentrum besteht aus alten und schiefen Fachwerkhäuser und die Straßen sind gepflastert. Da fühlt man sich direkt in die Zeit zurückversetzt. 
Nach dem wir auf dem Marktplatz noch lecker zu Mittag aßen fuhren wir weiter nach Jumièges. Während der Fahrt hatten wir mehrmals Schnappatmung! 
 Dass die Autos in Frankreichs Innenstädten nicht höher als 1,90m sein  sollten, wussten wir bereits aber die Brücken in Rouen hatten nur eine Höhe von 1,80cm! Wir hielten den Atem an und warteten regelrecht auf das Aufprallen unserer Dachbox, aber glücklicherweise blieb es aus. 
In Jumièges spazierten wir um die alte Benektinerabtei von 654 n.Chr. Die alten Gemäuer leuchtenden beeindruckend sanft in den herannahenden Gewitterwolken. Die Rouine war ein wunderbarer Ausklang für den heutigen Tag. Adele war so müde vom vielen hin und her flitzen, dass sie noch im Auto einschlief und seitdem noch nicht wieder aufgewacht ist, sie träumt bestimmt von den Mönchen im Kloster und von den Märtyrertaten der Jeanne D'Arc. 

4. Dezember 2017

San Francisco - letzter Tag uns Goodbye America

Die letzten Tage in San Francisco verbrachten wir mit ausgiebigen Kaffee trinken, Spielplatzerkundungen, einem Besuch im Aquarium und endlosen Stadtspaziergängen. Gestern sind wir 12km gelaufen. Wer jetzt denkt, ok 12km ist nicht viel, sollte sich erst einmal die Höhenmeter anschauen die wir zurück gelegt haben. Heute wurden wir mit stolzen Muskelkater in den Beinen begrüßt. Dafür sahen wir gestern noch einmal enorm viel. Wir liefen zu den Twin Peaks (Hügel) und hatten eine fanstastische Aussicht auf die gesamte Bay und die Skyline von San Fran. Danach liefen wir zu Haight-Ashbury, das sagenhafte Hippiviertel von 69. Junge, Junggebliebene und wahrscheinlich noch Zeitzeugen liefen mit bunten Kleidern, Dreads und Joints umher - Love was in the air. Wir gingen ein Stück im Golden Gate Park und später besuchten wir noch die Painted Ladies- eine farbenfrohe Häuserreihe mitten auf einem, wer hätte es gedacht, Hügel. 

Heute setzten wir mit der Fähre zur Gefängnisinsel Alcatraz. Das Hochsicherheitsgefängnis aus den 50er Jahren ist nun ein Museum- aber der Gruselfaktor ist dennoch garantiert. Die Insel wird „the Rock" genannt und es liegt 2km vor der Stadt.  Wir liefen die Zellenblöcke entlang, wo einst Al Capone inhaftiert war und Frank Lee Morris sowie die Brüder Clarence und John  Anglin den einzigen und berühmten Ausbruch schafften. Wir sahen das Loch in ihren Zellen, den sie mit einem Löffel gruben, und es ließ uns erschaudern. 
Die Sonne strahlte und am Himmel war keine einzige Wolke zusehen. Dennoch hatte Alcatraz ein gruselige Aura und wir waren schon ein wenig froh, als wir wieder das Festland erreichten. 
Morgen heißt es „Bye Bye" wie Adele immer so schön trädelert. Bye Bye Amerika - 6 Wochen Roadtrip sind nun vorbei, wir haben viele tolles erlebt, vieles trauriges gesehen, sind vielen sonderbaren, skurrilen aber auch gastfreundlichen und offenen Menschen begnegnet. Wir hatten ausschließlich gutes Wetter ohne Regen, außer an dem Tag als Torsten seinen Hubschrauberrundflug in New York gehabt hätte. In Amerika ist alles möglich, dass ist wohl wahr. Aber muss es das immer sein? Amerika ist reich an wundersamer und einzigartiger Natur. Gerade mal 5% haben wir von diesem riesigen Land gesehen, wir werden wohl wieder kommen müssen und es weiter erkunden. Aber hoffentlich hat sich bis dahin die Essenskultur ein wenig gebessert. Reisen heißt Grenzen überwinden, auch die Eignen. Wir haben sie definitiv überwunden, wir haben diese Reise mit Kleinkind gewagt und sind als Familie noch ein Stück näher zusammengewachsen. 

1. Dezember 2017

San Francisco

Heute früh mussten wir unser Auto abgeben. Vorher haben wir unser neues Hotel angefahren und wollten unser Gepäck zwischen lagern, da Check In erst 15:00Uhr war. Wir hatten großes Glück und wir konnten unsere neuen Zimmer schon 10 Uhr beziehen. Viel passiert mit uns nicht  mehr, aber genau das genießen wir zurzeit auch, bevor uns der Alltag zu Hause wieder in seinen Bann zieht. Wir waren Kaffee trinken, Weihnachtsgeschenke kaufen, haben Karten geschrieben und haben Adele über den Spielplatz in China Town gejagt. Wir wohnen diesmal in einer ganz anderen Ecke von San Francisco, weit und breit ist keine Armut zusehen. Hier ist das San Francisco, was dem Titel schönste Stadt der Welt durch aus gerecht werden kann. Aber wir kennen ja die traurige Kehrseite. 

30. November 2017

Ankunft in San Francisco

Wir sind nun im „slow-mo" angekommen und verbringen die letzten Tag völlig entspannt. Nach dem recht überschaubaren Frühstück haben wir uns noch ein wenig in Santa Cruz umgesehen. Es ist eine typische amerikanische und sympathische Kleinstadt. Hier kennt wahrscheinlich jeder jeden. Wir waren noch einmal am Strand, am Leuchtturm und am Hafen und bummelten die einzige Einkaufsstraße entlang. Hier in Santa Cruz gibt es auch eine Art City-Center, ganz außergewöhnlich für Amerika!! Bettler und Obdachlose gab es auch hier, gehört wohl einfach zum amerikanischen Stadtbild, an das wir uns wohl nie gewöhnen werden. 
Wir fuhren den wunderschönen Highway 1, immer der Küste entlang, bis nach San Francisco. Aßen Mittag beim Vitamesen und Torsten versaute Katjas Essen indem er behauptete, dass Hühnchen sei sicherlich Katze oder Hund. Danach war es ihr vergangen. Anschließend steuerten wir noch einmal die wunderschöne Golden Gate Bridge an, die sich übet dem Meer in ein leuchtendem rot erstreckt. Es war nun heute unsere letzte Fahrt mit unserem kleinen niedlichen Hyundai. Im Motel haben wir ihn ausgeräumt und morgen früh geben wir ihn ab. Etwas wehleidig sind wir schon-  30 Tage Roadtrip sind nun zu Ende und wir haben noch ein paar Tage im tollen San Francisco. 

29. November 2017

Santa Cruz

Torsten fragte mich heute auf unserer gähnend-langweiligen Autofahrt was ich von den USA zu Hause vermissen würde. 
Ich überlegte lang und mir viel tätsächlich nichts ein. Mir fielen nur Dinge ein, die ich nicht vermissen würde. Zum Beispiel, dass die Verkäufer furchtbar langsam sind, da sie den gesamten Einkauf der Kunden einpacken, dass die Preise ohne Mehrwertsteuer ausgeschrieben sind und die große Überraschung immer erst an der Kasse kommt, logisch das Essen - diesen Junkfood, die 1000fache Beschilderung überall, die die genau sagt was du zu tun oder zu lassen hast, die Vermisstenaushänge in den Supermärkten, das verchlorte LeitungsWasser, Eiswürfel aus Chlorwasser, die ekelhafte Auslegware in Motels und die nicht vorhandene Deckenlampen. Ja uns fiel viel ein und die Liste könnte noch weiter gehen. Später kam uns der Gedanke, dass wir das öffentliche Wifi mögen, die öffentlichen Spielplätze, die  sehr sauberen öffentlichen Toiletten, die Freundlichkeit und Offenheit Fremden gegenüber und das die Amerikaner so auf Handpflege achten, natürlich mit mindestens 3 Hinweisschildern, warum man Hände waschen sollte. 
So vertrieben wir uns heute die Zeit bis wir in Santa Cruz ankamen. Wir gingen am Strand spazieren, lauschten den Seerobben und Adele hielt die Füße in den kalten Pazifik bis es Dunkel wurde. 

28. November 2017

Weiterfahrt Richtung Norden - Pismo Beach

Als wir heute Morgen voller Stolz unserem Motel-Papa erzählten, dass wir bei der Parade waren, fragte er hastig ob wir gelaufen seien oder mit dem Auto. Als wir ihm sagten, dass wir mit dem Auto dort waren viel ihm ein Stein vom Herzen. Er hatte uns ganz vergessen zu sagen, dass Hollywood eine gefährliche Gegend sei und wir auf keinen Fall dort nachts unterwegs sein dürften. Los Angeles hat den Glanz verloren, und so waren wir froh als wir heute doch schon unsere Koffer packten und den Highway 1 - den Pacific Highway Richtung Norden in Angriff nahmen. Unser erster Stopp sollte Malibu sein. Wir waren schon ganz hippelig- der Beach von Baywatch a la Pamela Anderson und David Hasselhoff. Aber Malibu ist ein Strand wie jeder andere schöne Strand auch. Bis auf die Parkgebühren (35$) merkt man rein gar nichts, dass es hier etwas besonderes sein soll. Der Sand ist gelb, das Wasser ist blau und die Möwen kacken auch auf den Malibu Peer. Etwas enttäuscht fuhren wir dann weiter, eigentlich wollten wir hier etwas mehr Zeit verbringen, aber so entschieden wir uns doch eher zu unserem heutigen Motel zu fahren. Der Highway schlängelte sich bezaubernd an der Küste entlang und uns viel auf, dass wir viel zu wenig Zeit am Meer verbracht haben. Leider ist der Highway 1 teilweise wegen Bauarbeiten vollgesperrt, sodass wir morgen innerlands weiterfahren müssen. Zum Glück kamen wir heute eher als gedacht in Pismo Beach an, denn unser Motel ist direkt neben einem
Outlet. Katja stürmte die Läden und kaufte sich 2 Paar Schuhe zum Schnäppchenpreis. Sie ist hellauf glücklich und überlegt morgen früh bevor wir starten noch einmal nebenan einzukehren. 

27. November 2017

Los Angeles Tag 2

Puh, was für ein Tag! Da wir nur einen vollen Tag in Los Angeles haben, mussten wir uns heute sputen. Zuerst fuhren wir noch einmal nach Beverly Hills um das berühmte „Ortseingangsschild" zu suchen da wir es gestern nicht gefunden hatten. Beverly Hills ist wie eine eigene Stadt, die Stadt der Reichen und Schönen mit Gucci, Prada und Louis Vuitton. Dach dem wir den berühmten Rodeo Drive entlang gefahren sind, fuhren wir auch direkt weiter nach Down Town. Genau bis hier hielten wir die Fahne für Los Angeles hoch... und dann kamen die Obdachlosen. 58.000 Menschen leben in L.A. auf der Straße. Die Schere zwischen Arm und Reich ist in den USA nirgends höher als hier. Die Menschen haben ganze Straßenzüge mit ihren Zelten gepflastert, wohl dem der eins hat. Wir haben das größte Elend gesehen, sodass uns regelrecht übel wurde. Was läuft in diesem Land nur falsch??! Schwarze, Weiße, Junge und Alte verwahrlosen ohne Dach über dem Kopf. Eine Querstraße weiter und zack hier gehen die Menschen wieder shoppen und sitzen in Cafés. Dieser Anblick ist ekelhaft. Die Homeless wie sie hier genannt werden, werden einfach ignoriert. Wir haben im Internet gelesen, dass es sich um sehr viele Kriegsveterane bei den Obdachlosen handle. Nach dem Krieg wird selten ein Traumata behandelt und dann kommt der soziale Absturz. Wenn sie im Krieg fallen, werden sie als Helden gefeiert, wenn sie krank sind, verenden sie auf der Straße. Dieses System ist krank...
Nachdem wir uns das Stadtzentrum mit all den Hochhäusern, der Disney Concert  Hall und schimmernden Fassaden anschauten fuhren wir erst einmal zurück ins Hotel, denn unser Highlight sollte noch kommen. 
Unser Motel-Papa erzählte uns, dass in Hollywood heute Abend die Hollywood-Christmas-Parade stattfindet und das eine Menge Stars erwartet werden. Katja hörte nur Stars und wollte unbedingt dort hin (sie hoffte insgeheim auf Leonardo Di Caprio). 
Zuvor fuhren wir noch durch den Griffith Park, dem größten innerstädtischen Park der USA. Von dort sollten wir einen super Ausblick auf das Wahrzeichen von L.A. haben, dem Hollywood Sign. Leider war kein Parkplatz weit und breit zu finden und die Polizei lotste uns wieder den Berg hinunter. Wir fuhren unzählige Querstraßen ab, irgendwie musste man doch mal einen näheren Blick auf Hollywood werfen können. Wir fanden einen recht passablen Ausblick, aber so richtig zufriedenstellend war es dann auch nicht. Wir fuhren weiter zum Wall of Fame. Der Hollywood Boulevard mit den vielen Sternen der Stars. Insgesamt 2400 Sterne zieren den Walk of Fame. Hier kam unsere größte Enttäuschung.. kein Hollywood Glamour, kein Blink Blink. Die Straße sieht schäbig und herunter gekommen aus. Die Läden sind Sexshops und billig Fastfood Läden, und in den Ecken riecht es nach Urin. Na da kann jeder Star sich auf die Schulter klopfen, wenn er dort verewig wird. 
Die Menschen suchten sich schon die besten Plätze und sicherten sich diese mit Decken und Campingstühlen. So richtig wohl fühlten wir uns nicht. Erst später merkten wir, dass wir so gut wie die einzigen Weißen waren, nur Lations und Schwarze waren zur Parade gekommen. Auch so liefen viele Freaks umher, redeten wirr, suchten die Mülleimer nach Pfandflaschen ab, tanzten allein Vorsicht hin, hatten ein Hochzeitskleid aus Papier gebastelt. Wir haben sonst keine Probleme damit, aber so geballt auf einmal war uns das nicht geheuer. Da eine enorme Polizeipräsenz war, blieben wir in der Nähe von 2 Polizisten stehen. Adele hatten ihren Spaß und winkte allen zu, alle winkten zurück und irgendwann fühlten wir uns doch ganz wohl. Die Parade verlief irgendwie nicht so versprechend wie wir es uns vorgestellt haben. Aber ja, es war eben Hollywood. Es wurden alle Requisiten aus den Filmen aufgefahren. Der Delorean von Zurück aus der Zukunft, K.I.T.T., das A-Team, das Batmobil,....... und viele viele weitere- und alle waren weihnachtlich geschmückt  und warfen Süßes auf die jubelnde Menschenmenge. Stars haben wir leider keine gesehen.
Nun sind wir wieder in unserem Motel und müssen den Tag erst einmal sacken lassen. Mögen wir Los Angeles oder nicht? Wir wissen es wohl selber nicht. Definitiv ist die Stadt nicht das, was wir aus dem Fernsehen kennen und was sie scheint zu sein.  Armut, Dreck und sehr viel Elend sind das Stadtbild. Die Schikaria lebt in ihrem Hills und bekommt von alldem nichts mit. Traurig...

26. November 2017

Weiterfahrt nach Los Angeles

Bye Bye Amazing San Diego- Hellooo Los Angeles! Wir sind in der Stadt der Engel angekommen! Die Autofahrt war furchtbar ätzend, trotz teilweise 8spuriger Autobahn (pro Fahrtrichtung!) schob sich eine Plechlawine Richtung L.A. 
Wir wollten eigentlich direkt zum Beach, dem Muscle Beach um genauer zu sein. Aber leider war es uns nicht möglich einen Parkplatz zu ergattern. Den, den wir hätten bekommen können, haben wir dankend abgelegt, er kam  stolze 20$. So fuhren wir direkt zum Motel, in der Hoffnung bereits einchecken zu können. Da die Zimmer noch gereinigt worden, warteten wir im Schatten und aßen unser Mittag. Später fuhren wir dann noch zum Farmers Market von L.A. und wurden förmlich erschlagen. Ohja diese Stadt ist ein teures Pflaster. Die Parkplatzgebühren kam 2$ pro 15Minuten, eine Kugel Eis 4,75$ und hätten wir uns Süßigkeiten in eine Tüte gepackt wären schon stolze 32$ pro 475g weg gewesen. Bei den Preisen verging uns alles und so blieb es nur beim Anschauen. Wir besuchten das Haus vom Santa Claus, er war auch tatsächlich da, aber ein Foto mit ihm und Adele hätte 40$ gekostet. Adele durfte von Weitem mal winken. Der Anblick vom Weihnachtsbaum war dann mal umsonst. Aber so richtig Weihnachtafeeling kommt bei 30Grad und FlipFlops nicht auf. Wir machten noch einen kleinen Abstecher nach Beverly Hills, irgendwie kommt uns alles so vertraut und bekannt vor. Wenn
man die tollen Villen und die Häuschen sieht fühlt man sich wie in einer Serie. 90210 lässt grüßen! Es war toll, einfach nur im Schneckentempo entlang zu fahren und in die Vorgärten zu lunzen. Morgen haben wir zum Glück noch einen Tag, leider sind wir viel zu kurz hier in Los Angels... Katja sagt jetzt schon, dass wir unbedingt wieder kommen müssen. 

25. November 2017

San Diego - Tag 3

Wir merken so langsam das unsere Reise zu Ende geht. Die Luft ist noch nicht raus, aber wir rennen nicht mehr von einem Ort zum anderen. Wir genießen die Sonne, sind tiefenentspannt und genießen vor allem das amerikanische Flair. Das was wir von Amerika sehen wollten, haben wir gesehen und das war die Natur.

Heute früh wollten wir groß einkaufen, denn es ist Black Friday in den USA- der Super Sale. Die Menschen schoben ihre vollen Wagen die Gänge entlang ohne Rücksicht auf Verluste.
So viele Verkäufer wie heute haben wir noch nie gesehen, mit Headsets und Walkie Talkie liefen sie umher damit die Regale rasch wieder aufgefüllt werden. Es war ein Spektakel! Es hat uns hier und da in den Fingern gejuckt aber letztendlich haben wir doch nichts gekauft. 
Danach ging es in die historische Altstadt von San Diego. Hier stehen im mexikanischen Stil kleine Häuser, Museen und natürlich gab es auch Essen und Souvenirläden. Die Old Town erinnert an die Zeiten wo San Diego zu Mexiko gehörte. Den Mexikanischen Einfluss merkt man aber nur noch wenig in der Stadt, außer vielleicht an den Fastfood-Ketten. 
Später waren wir noch im wunderschönen Balbao-Park- ein hübscher Park mit vielen Villen, Kirchen und Menschen, viel zu vielen Menschen. Wir gingen zum nächsten Spielplatz. Adele hat eine neue Art der Rutschen-Verteidigung: laut genug quiecken und die Kinder rennen erschrocken weg.
San Diego ist die erste Stadt in den USA wo wir uns vorstellen könnten zu leben. Sie ist wirklich toll, trotz Millionen Einwohner geht es sehr ruhig und gelassen zu, das Meer, im Hinterland die Berge, das Klima, der Baustil. Jede Menge Charme versprüht die Stadt und bekommt von uns 10 Punkte.  
Morgen brechen wir auf und die Reise geht weiter zu den Stars und Sternchen, nach Los Angeles, wir sind voller Vorfreude. 

24. November 2017

San Diego

Happy Thanksgiving! Heute ist der beliebteste Feiertag der USA. Keine Ahnung, wie viele Menschen uns auf der Straße heute Happy Thanksgiving oder Happy Holiday entgegen gerufen haben. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Downtown von San Diego- tja wir hatten nicht die Rechnung mit Thanksgiving gemacht, denn es hatte wirklich alles geschlossen. Die Millionenstadt war leergefegt, leerer als Chemnitz an einem Sonntag. Wir bummelten am Yachthafen entlang, bestaunten die Kissing-Figur und die „schwimmende Stadt" die USS Midway. Der Flugzeugträger aus alten Zeiten, ruht als Museum im Hafen von San Diego. Aber auch das hatte heute geschlossen. Nach einem ruhigen Stadtbummel durch die Downtown und dem "Gaslamp Quarter" Viertel fuhren wir wieder in unser Viertel und verbrachten den Rest des Tages bis Sonnenuntergang auf einem Spielplatz direkt am Strand. Adele verteidigte permanent „ihre" Rutsche vor allen anderen Kinder und brüllte ihnen immer ein „meins" entgegen. Die Spielplätze hier sind so wunderbar, da kann sich Deutschland wirklich eine Scheibe abschneiden. Topgepflegt, meist mit öffentlichen Toiletten, vielen Bänken und wie heute auch mit festen Grillmöglichkeiten. Heute war jeder Grill belegt und es roch köstlich- wir hofften sehr das uns jemand einladen würde, aber leider vergebens. Wir leiden hier ein wenig, da das Essen uns zum Hals raushängt und wir uns sehr nach Deutschen und vor allem gesunden Essen sehnen. 

23. November 2017

San Diego

Auf unserer Fahrt heute kamen wir zu der Erkenntnis, dass man in Amerika sein Gehirn eigentlich abgeben kann. Man muss nicht denken, man wird auf alles, wirklich alles hingewiesen. Überall stehen Schilder, man muss sie nur lesen, beachten und man kommt halbwegs stressfrei durch den Tag.

Von Yuma aus fuhren wir heute parallel an der Mexikanischen Grenze entlang, aber da steht doch schon ein großer hoher Zaun, was will denn Trump dann noch mit einer Mauer??

Relativ zeitig erreichten wir heute, trotz 3h Autofahrt San Diego. Wir fuhren direkt zum Strand, wir wollten das Meer  sehen, Sand zwischen den Zehen spüren und Salz in der Luft schmecken. Bei 33Grad ist es auch das schönste Fleckchen Erde, wo man sich aufhalten kann. Adele kam mit Freudeausbrüchen gar nicht mehr hinterher. Da ein Wau Wau, Piep Piep, Waaaasser und Fluuuuzei (Flugzeug). Wir spazierten den Strand entlang, liefen einen Pier hinaus und ließen uns von dem Feeling treiben. Die Sonne ballert, die Promenade ist mit Weihnachtsdeko geschmückt, Hippis sitzen im Sand und spielen Gitarre, der Lifeguard fährt vorbei und grüßt ab, Kinder spielen im Sand, Surfer warten auf die perfekte Welle. Wir hatten nach der vielen Fahrrei uns nach einer so entspannten Atmosphäre gesehnt. Als es langsam dämmerte fuhren wir auf einen Hügel, als Scenic Lookout. Hier hatten wir eine tolle Aussicht auf San Diego und dem natürlichen Hafen und über dem Meer ging langsam die Sonne unter. 
Auf dem Hügel war auch die US Navy ansässig und die unzähligen  weißen Grabmähler standen starr in Reihe und Glied und sahen aufs Meer- da ruhen sie nun, die Helden Amerikas. Dort oben ist es aber wahrlich ein schöner Platz um seine letzte Ruhestätte zu haben. 

San Diego nennt sich selbst die schönste Stadt Amerikas- puh, wir haben nicht viel gesehen, aber was wir bisher gesehen haben kommt dem Nahe. Wir sind gespannt,...

22. November 2017

Tucson und Weiterfahrt nach Yuma

Gestern schlief Adele so unglaublich zeitig ein, dass wir uns aus Freude eine Flasche Wein holten. Alkohol zubekommen, gestaltet sich recht schwierig. Entweder wird unsere deutsche ID nicht akzeptiert, Indianer-Reservoir oder in manchen Staaten ist der Verkauf erst ab einer bestimmten Uhrzeit erlaubt. Gestern ging es problemlos, wir tranken lecker Rotwein und schliefen ebenso zeitig ein- den Blog hatten wir schlicht weg vergessen. 
Unseren Tag verbrachten wir im wunderschönen Saguaro-Nationalpark. Wir wollten Kontrast zu den roten Bergen, Schluchten und Valleys- den bekamen wir auch. Wir standen mitten in hunderten meterhohen Kakteen. So etwas hatten wir noch nie zuvor gesehen und es war wunderschön. Wie Bäume wachsen hier die stacheligen Gefährten und säumen die Wüste. Bis zu 7 Meter hoch ragten sie stolz in den blauen Himmel der Sonne entgegen. Wir gingen einen kurzen Trail, und hatten einen tollen Ausblick auf ein „Kakteen-Meer". Anschließend fuhren wir in das City Center von Tucson. Ach, diese Stadt ist herrlich. Die Leute so nett (liegt sicherlich am reichlichen Vitamin D), sauber, tolle Bars und Kneipen. Tucson ist so bunt, überall sind riesige Graffitis und die Stadt wirkt sehr Künstlereich. Hier fühlten wir uns da erste mal "angekommen" bei unserer Reise...
Wir aßen zu Mittag und fuhren dann wieder in unser Motel und hüpften noch einmal in den Pool. 
Auch wenn Tucson und der Süden Arizonas uns so gefiel, entschlossen wir uns heute schon wieder weiterzufahren. Wir haben gar nicht mehr so viel Reisezeit und es gibt noch einiges zu entdecken. 
Wir fuhren, wie soll es anders sein 3,5h nur gerade aus und die Sonne ballerte knadenlos. Auf einer kleinen Restarea unterhielten wir uns mit einem jungen Amerikaner, er macht seinen Roadtrip per Fahrrad allein. Seine Freunde seien alle zu „lazy" aber manchmal sei es auch ein wenig langweilig allein zu sein. Wir wünschten ihm eine gute Reise und rollten weiter. Wir kamen in Yuma an. Yuma liegt unmittelbar an der Mexikanischen Grenze. Stadteinwärts fuhren wir an einem großen Gebiet voller Wohnwagen vorbei. Solche Siedlungen sieht man in den USA leider sehr oft. Die Air Force ist mitten in der Stadt positioniert, und fliegt ununterbrochen. Wir vermuten sie patrouillieren wegen illegalen Einwanderer (Trumps Mauer steht ja noch nicht...). Wieder haben wir die Eindrücke von Amerika die uns nicht gefallen. Diese in Armut lebenden Menschen in ihren Wohnwagen und gleichzeitig das patriotische Denken und die Air Force. Yuma ist nur ein Stopp zum Übernachten, morgen fahren wir weiter und erreichen nach nochmaligen starren gerade ausfahren endlich San Diego an der Küste. 

20. November 2017

Weiterfahrt nach Tucson

12Grad Minus! Das Thermometer sank heute Nacht tatsächlich auf -12Grad Celsius. Schon gestern Abend hatten wir entschieden, dass wir diese Gegend verlassen wollen. Wir haben so viel Wunderschönes gesehen, und wir glauben, dass wir den anderen vielen Nationalparks nicht mehr gerecht werden können. So ziehen wir weiter, auch ohne den wohl bekanntesten und impulsantesten Nationalpark- dem Grand Canyon- gesehen zu haben. Wie schon geschrieben, unsere Augen brauchen neuen Input. So verbrachten wir heute die meiste Zeit auf dem Highway.  4 Stunden später und bei 28 Grad Celsius erreichten wir Tucson. Wir sind kurz vor der mexikanischen Grenze, ganz im Süden der USA. Wir genossen die herrlich warmen Sonnenstrahlen auf unserer Haut und plötzlich überkam uns ein richtiges Urlaubsfeeling. Flipflops, kurze Hosen und ein Kleid an und wir waren hier auch mental so richtig gelandet, hier wollen wir bleiben, vorerst. 
Abends schauen wir im Motel oft TV - das amerikanische Fernsehn ist noch vergeblicher als das Deutsche. Wir haben uns den Spaß gemacht und die Zeit gestoppt: aller 4-6 Minuten kommt für mindestens 2 Minuten eine Werbeunterbrechung. Es kommen ebenso uralte Streifen, die bei uns längst in Vergessenheit geraten sind. Katja erfreut sich täglich über die Serie „Friends" und in den Nachrichten kommen stets nur News aus den USA- wissen die Amis überhaupt das da noch andere Länder gibt?? 

19. November 2017

Flagstaff

Heute morgen sind wir bei strahlend blauen Himmel aufgestanden. Die Sonne hat uns heute auch den ganzen langen Tag verfolgt. Nur so richtig warm werden wollte es nicht. Das Auto hat gepiept, der Froststern hat aufgeleuchtet und es hat 36 Grad Fahrenheit angezeigt. Wir mussten erst einmal umrechnen, bevor wir wussten dass es nur 2,2 Grad Celsius waren. Die Amis haben grundsätzlich ein anderes Einheitensystem, sei es Länge, Höhe, Geschwindigkeit, Temperatur, nichts gleicht dem Europäischen System. Nicht einmal die Zeit, denn hier hatte der Tag 2 mal 12 Stunden.

Heute reisten wir weiter. Die Kompassnadel hat genau 180 Grad Süden angezeigt und so sind wir nach knapp drei Stunden in Flagstaff heraus gekommen. Einheitlich war Flagstaff ein "must see" auf unserer Tour, aber die letzten Tage haben wir uns gefragt was wir eigentlich hier wollen. Der Reiseführer hat es uns nicht verraten und so nutzen wir die ca. 140 Jahre alte Kleinstadt nur als Zwischenstopp. Nach dem Einchecken im Hotel sind wir noch einmal in das historische Stadtzentrum gefahren. Auf die Frage, am Infopoint, was es denn in Flagstaff zu sehen gibt bekamen wir ein lächelndes "nichts" entgegen. Naja die gute Frau saugte sich etwas aus den Fingernägeln und gab uns einen kleinen Stadtplan. Wir hatten uns den Weihnachtsmarkt vorgenommen, aber dieser lies sich einfach nicht finden und auf einmal saßen wir beim Koreaner zum Abendessen. Durch Flagstaff führt die legendäre Route 66. Ansonsten kann man hier in den Bergen Wintersport betreiben. 

Unser Handy zeigt das erste mal Nachtfrost an (-9 Grad Celsius). Wir werden wohl die Nacht durchheizen. 
Morgen geht es dann weiter...

18. November 2017

Monument Valley

Heute wollten wir uns das Monument Valley genauer anschauen. Die Tafelberge strotzten nur so voller Stolz, als wir beim Frühstück aus dem Fenster schauten. Das Valley ist eine Hochebene auf dem Colorado Plateau, und wir sind ca 1600m hoch. 
Als wir das Zimmer verließen wehte uns schon ein arger Wind ins Gesicht. Der Wind begleitete uns den ganzen Tag und   katapultierte uns in den ein oder anderen Sandsturm. Wir fuhren einen 27km langen Scenic Drive- obwohl er auch für „normale" Autos  zugelassen war, hätten wir uns einen Allrad gewünscht. Die Off-Road-Straße schüttelte uns kräftig durch, und wir beteten des Öfteren, dass wir mit einem ganzen Auto wieder befestigte Straße erreichten. Nichtsdestotrotz hatten wir traumhafte Einblicke ins das Tal, fühlten uns wie John Wayne in einem seiner Western Filme und genossen das Abenteuerfeeling. Als wir dann endlich wieder auf einer normalen Straße waren, atmeten wir trotzdem unbeschwerter. Die anschließende Wanderung ließen wir dann auch sein, auf Sand in den Augen und in jeder Pore hatten wir keine Lust. So fuhren wir dann noch zum 21 Meilen entfernten Mexikan Hat, einem Fels der aussieht wie ein Sombrero, knipsten schnell ein Foto und dann fuhren wir auch direkt weiter, weil der Wind auch hier echt nervig war.  
Wieder in unserer Lodge angekommen, hüpften wir noch in den beheizten Innenpool- das war wohl Adeles Highlight an diesem Tag. Zum Abendessen gingen wir in das Restaurant hier im Resort und aßen Indianische Spezialitäten. Das Essen war gut- aber was uns in den letzten Tagen sehr oft aufgefallen ist, ist die nicht vorhandene Freundlichkeit ja zum größten Teil Genervtheit und Desinteresse der Indianer. Selbst Adele die jedem Muffel ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, ist da Machtlos. 
Morgen packen wir wieder unsere 7 Sachen, und weiter geht die Fahrt. Auf roten Sand und rote Steine haben wir langsam keine Lust mehr - unsere Augen brauchen neuen Imput. 


17. November 2017

Weiterfahrt zum Monument Valley

Heute Morgen haben wir unser Motel in Page verlassen und es stand wieder ein Roadtrip an.
Bei uns ist es inzwischen Routine geworden, dass wir jeden Morgen, egal ob wir wandern oder fahren in den Supermarkt gehen und uns mit frischen Essen für den Tag eindecken. Mittlerweile wissen wir genau wo wir etwas finden und welche Produkte wir wollen, und welche Gänge wir lieber meiden sollten. Die Süßigkeitenabteilung ist ein Paradis für Schlemmermäuler, hier gibt es m&m's in 1kg Tüten. 

Heute waren wir ca. 2,5 Stunden unterwegs. Anfangs denken wir uns immer, achja 2,5h easy- aber dann kommt die Einöde, wieder nur gerade aus, 2,5h ändert sich das Bild nicht. Am frühen Nachmittag sind wir schon im Nationalpark angekommen. Zu früh zum Einchecken im Hotel jedoch zu spät um noch groß auf Erkundungstour zu gehen. Wir haben uns jedoch informiert und für morgen steht unser Plan jetzt fest. Wir haben einen traumhaften Ausblick aus unsere Lodge. Wir dachten uns, dekadent geht die Welt zu Grunde, wir genießen dieses schöne Fleckchen Land mit einem Wein. Die Rechnung haben wir nicht mit den Indianern gemacht, denn hier gibt es keinen Alkohol zu kaufen. Nun sitzen wir bei einem Gläschen Wasser und haben trotzdem einen grandiosen Blick. 

Schon jetzt können wir sagen, dass das Monument Valley ein "must see" auf jeder Western USA Reise sein sollte!!!


16. November 2017

City of Page und Lake Powell

Eigentlich wollten wir immer entschleunigen und etwas langsamer reisen, dummerweise nahmen wir uns dies genau in Page vor. Page hat ca 6000 Einwohner und ist mitten in der Wüste, umgeben von endloser Ödniss. Hier fühlt man sich wie im Wilden Westen- es fehlen nur die Cowboys. Die Stadt ist eine der Jüngsten der USA- sie hatte erst ihren 60. Geburtstag. Der Colorado River wird auch hier gestaut, genauso wie am Hoover Dam bei Las Vegas. Der Lake Powell ist ein gefluteter Canyon- wir schipperten heute mit einer Bootstour den Canyon entlang. Das Gute an der Nebensaison, sind die niedrigen Preise und das kaum Touristen unterwegs sind- das Boot fuhr heute nur für uns 3 und wir hatten unsere eigene Reiseführerin. Was wir dennoch nicht verstehen können, dass auf einer Trinkwasser"Canyon"Sperre Boote verkehren. 
Ansonsten haben wir uns heute die Staumauer noch einmal von nahen angesehen, haben den Sonnenuntergang (17:16Uhr) über den Bergen angeschaut und waren lecker in einem Diner zu Abend essen. 
Morgen verlassen wir Page, wird ja auch wieder Zeit... Wer rastet - der rostet, oder wie war das? :-) 

15. November 2017

Antelope Canyon und Horseshoebend

Wir sind in Page, dem Ausgangspunkt zum Antelope Canyon - einer der Favoriten den wir auf unserer Reise sehen wollten. Leider wurden wir gestern enttäuscht, als es hieß dass wir Adele nicht mit nehmen könnten. Der Canyon gehört zum Indianerresorvar und ist nicht frei zugänglich. Torsten bekam die Tour kurzentschlossen als Ausgleichgeschenk zum Helikopterflug. Katja und Adele butzelten aus und Torsten zog zeitig los. Der Canyon ist nur ca 100m lang und nur mannsbreit. Die Lichteinstrahlungen ließen ihn sekündlich anders aussehen, da gerade erst die Sonne aufging. Durchgefroren kam er dann wieder im Motel an, wo Adele und Katja schon auf ihn warteten. Später ging es dann gemeinsam zum Horseshoebend. Hier schlängelt sich der Colorado-River mäjestetisch um einen Felsen. Von einem Aussichtspunkt konnten wir schwindelerregend in die Tiefe schauen. Mitten in der Wüste leuchtet ein sattes Grün am Ufer, dann wird es sofort wieder rot, wie die Felsen hier glühen. Da wir für den Horseshoebend mehr Zeit eingeplant hatten, wussten wir gar nicht so Recht was wir mit dem ganzen verbleibenden Nachmittag anstellen sollten. Page ist so sagenhaft langweilig, dass wir nur noch in der Sonne entspannten, Eis schlemmten und warteten. Selbst Adele hatte keine Lust mehr auf ihre Rutsche ... 

14. November 2017

Bryce Canyon und Weiterfahrt nach Page

Gestern Abend lagen wir im Bett, schauten zur Decke und sahen die Sterne von Adeles Spieluhr an, da fiel uns doch ein das wir gar keinen Blogeintrag geschrieben hatten. Wir waren so k.o. von unserer wunderschönen Wanderung durch den Bryce Canyon, dass wir zu müde waren um noch etwas zu schreiben. Beim Frühstück wurden wir abgezockt- Getränke waren nicht inklusive, was wir nicht wussten, und es wurde fleißig angeboten, nachgeschüttet und am Ende kam die satte Rechnung... wer lesen kann ist klar im Vorteil, am Eingang stand: "No Baverages" man hätte es ja auch "No Drinks" nennen können, dann hätten wir es auch verstanden. 

Gut gestärkt und nicht verdurstend fuhren wir in den Nationalpark. Der Bryce Canyon ist kein richtiger Canyon sondern eher ein Ampitheater aus Felsen mit wundersamen pastellfarbenen Nadeln, Zinnen, Türmchen und Säulen. Wir liefen einen sehr schönen Trail in die Schlucht hinunter und dann quälten wir uns wieder bergauf. Wir trafen unterwegs eine Deutsche mit ihrem amerikanischen Ehemann, naja eigentlich lebten sie auf Costa Rica und nun haben sie die Wohnung untervermietet und bereisen das Land mit Hund und Wohnmobil. Tolle Leute gibt es- das machen wir auch wenn wir Rentner sind :-) 
Wir lieben es wandern zu gehen, so können wir die Natur, Tier-und Pflanzenwelt besser genießen als nur Fotohotspots abzufahren. Die Parks sind zurzeit so leer, dass wir teilweise alleine in der Wildnis sind. Mit Gesängen vertreiben wir Bären, Pumas und Schlangen- nach wie vor Katjas persönlicher Alptraum. 
Heute ging unsere Reise weiter durch unwirtschaftliches Ödland. Wir fuhren 2,5h nur gerade aus- 65mph (ca 100kmh). Es war wirklich ätzend und wir kämpften gegen die Müdigkeit. Wir durchfuhren winzige Dörfer, und fragten uns wer hier nur freiwillig leben kann. Wir checkten in Page, in ein kleines Motel ein, wenn wir die Verandatür öffnen stehen wir vor unserem kleinen privaten Spielplatz- Adele ist happy und so verbrachten wir den restlichen Tag mit Rutsche hoch, Rutsche runter: nochmaaaaa... 

12. November 2017

Weiterfahrt zum Bryce Canyon

11.11.17- in Deutschland ist Karneval- bzw Faschingsbeginn und in Amerika ist Veterans Day. Ja, die Amerikaner verherrlichen ihr Militär, dass es schon regelrecht bizarr ist. In Supermärkten hängen die "Wall of Honor" wo die Gefallenen mit Fotos als Helden des Landes betitelt werden. Amerika ist Patriotismus pur. An einem staubigen Auto stand heute: Thanks Veterans - viel mehr haben wir auf unserer Weiterreise heute nicht mit bekommen. 
St. Georg verließen wir er recht zügig, so richtig wohl fühlten wir uns hier nicht. Unser Motel war schäbig und mit der Stadt wurden wir nicht warm. Es mag daran liegen, dass unser Reiseführer uns offenbarte das Utha die Hochburg der Mormonen ist ( hier wird ernsthaft noch Polygam gelebt). Und was uns auch beeinflusste, dass in 50er Jahren hier Atomwaffentest waren und Radioaktivität gemessen wurde. Motel schlecht, Mormonen, Radioaktivität- drei Gründe warum wir St. Georg rasch verließen. 
 
Wir sind im Bryce Canyon angekommen, und haben ein wunderschönes Motelzimmer bezogen.  Aktuell sind wir auf über 2400m und in den Nächten gibt es Frost. Wir wurden aber mit herrlichen Sonnenschein empfangen und spielten noch eine ganze Weile mit Adele "Fussball" auf dem fast leeren Parkplatz. Wir fühlen uns ein wenig wie Pfadfinder. Das Resort und vor allem die Bäume, sehen so aus wie man es aus dem TV kennt. Mal sehen, vielleicht entdecken wir morgen neben Bären noch eine Gruppe Pfadfinder auf ihrer Exkursion. 

11. November 2017

Valley of Fire State Park

Heute ging es wieder in die Natur. Nur ca. 1 Autostunde von Las Vegas entfernt liegt der wunderschöne Valley of Fire State Park. Im Reiseführer wird ihm so gut wie keine Aufmerksamkeit gewidmet, wir können nicht nachvollziehen warum. Wir haben uns hier wie in Australien gefühlt - der Sand war rot und die Felsen glühten ebenfalls rot bei der tiefstehenden Sonne. Wir haben jeden Fotospot mitgenommen, bestaunten Indianer-Paitings und mit Adele in der Kraxe sind wir noch einen kurzen Trail gelaufen. Eigentlich waren es nur 2 km, aber wir waren trotzdem knapp 1,5 Stunden unterwegs, im Sand zu laufen und dann noch bergauf erwies sich als ziemlich anstrengend, aber wir wurden mit einem herrlichen Farbspiel zwischen roten und weißen Marmorierungen der Felswände belohnt.  Adele quickte wie immer laut bei jedem Streifenhörnchen und Eidechsen die uns über den Weg liefen. Von Spinnen, Schlangen und Skorpionen blieben wir verschont, sonst hätte Katja wohl gequickt, aber nicht aus Freude.
Auf unserer Weiterfahrt haben wir nun Nevada verlassen. Er gilt als der Laizesse-Faires unter den Staaten der USA. Alkohol trinken, Marihuana und Prostitution sind erlaubt, genauso wie das sehr lockere Heirat- und Scheidungsverfahren. Wir sind nun in Utha angekommen, und müssen uns wieder an eine neue Zeit gewöhnen,so langsam haben wir gar kein Zeitgefühl mehr und richten uns nur noch nach Hunger und Müdigkeit von Adele. Der Kindergarten wird sich freuen... 

10. November 2017

Las Vegas- Baby!

Oh Las Vegas Baby! Heute Vormittag haben wir erst einmal Adele durch einen Indoor Spielplatz gejagt. Die Maus vermisst andere Kinder und das ausgiebige spielen, zu mindest denken wir es. Danach war sie so platt, dass wir erst nach dem Mittagsschläfchen uns noch einmal auf den Strip, dem Las Vegas Boulevard, wagten. Nur der Strip ist das Imposante an Vegas, sobald man sich ein paar Straßen entfernt, ist es eine liebenswert ruhige Stadt, die den Anschein erweckt, dass man sich hier zu Hause fühlen könnte.  Der Tourismusmagnet, der Strip, ist 9km lang und es reihen sich die tollsten Hotels, Casions, Bars und Shopping Malls aneinander. Es klitzert, funkelt, Musik dröhnt aus jeder Box und alle versuchen sich zu übertrumpfen. Es macht schon allein gewaltigen Spaß die Straße entlang zu laufen und sich mitreißen zu lassen. Wozu herum reisen und andere Länder kennenlernen, wenn es doch Las Vegas gibt? Wir waren heute in Paris, New York, Venedig und Rom - Las Vegas bietet alles was das Herz begehrt. Es wirkt so künstlich und real zugleich.

Wir kamen unerwartet in eine Demo rein, bekamen Shirts in die Hand gedrückt und Menschen strömten den Strip entlang. Vegas Strong- oh der Amoklauf. Die Fahnen wehen auf Halbmast und überall steht #vegasstrong, eine Stadt ist zusammengerückt. Morgen verlassen wir leider Las Vegas, die Stadt hat uns verzaubert und wir überlegen, ob wir nicht noch einmal auf unserer Reise hier entlang kommen... denn wer Las Vegas müde ist, der ist das Leben müde...! 

9. November 2017

Hoover Dam & Nelson Ghosttown

Heute ging es raus aus der künstlichen Welt Las Vegas. Sobald man den Boulevard verlassen hat, wird es flach und danach sofort kahl. Las Vegas ist eben eine Wüstenstadt. Nach 45min Fahrt kamen wir zum Hoover Dam. Hier wird der Colorado River mit einer gigantischen Mauer von 220m angestaut, ist Trinkwasser- und Stromlieferant für die Wüstenregion. Der Damm ist die Grenze zwischen Nevada und Arizona und so konnten wir zwischen 2 Zeitzonen hin- und herhüpfen, Mittagszeit - noch keine Mittagszeit. Nachdem wir den Damm in seinem vollem Ausmaß von der gegenüberliegenden Brücke bestaunt hatten fuhren wir noch einmal drüber. Erst hier konnte man die enorm angestauten Wassermassen erst richtig einsehen.

Anschließend fuhren wir weiter zu einer Ghosttown. Mit dem Goldrausch sproßen kleine Arbeiterstädte aus dem Nichts, und wie so plötzlich kamen, so verschwanden sie auch wieder. Zu mindest verschwanden die Leute, alles andere blieb und verwildert. So eine Stadt hat etwas faszinierendes, wie in eine andere Welt wurden  wir versetzt. Andere Autos, Mienen, ein Salon,...  Nach unserer kleinen Spritztour freuten wir uns, dass wir wieder in unserer kleinen Märchenburg waren. Katja fühlt sich hier, wie in dem Spiel „Hotel" und ist ganz happy, dass wir morgen noch einen ganzen Tag in dieser Kunstwelt verbringen können. 

8. November 2017

Las Vegas

Gestern Abend haben wir Las Vegas erreicht. Wir standen beide voller Adrenalin. Es war dunkel, der Highway pro Fahrtrichtung hatte 7 Spuren und keiner der Amis hielt sich an das Tempolimit. Torsten hat navigiert, Spurwechsel angesagt, rechts, links gerufen und Katja hat gelenkt. So haben wir dann alles prima gefunden, eigentlich ganz easy aber in der Situation hat es uns doch sehr abgefordert. 

Als wir im Hotel, dem Escalibur,eingecheckt hatten, ist Adele sofort eingeschlafen. Die Größe des Hotels ist überwältigend und zählt zu den Größten der Welt. Es hat über 4000 Zimmer und sieht aus wie eine Burg. Gleich im Eingangsbereich kamen uns Spielwütige entgegen, der Teppich hat abgedrehte Verzierungen und aus jeder Ecke hat es lautstark gelacht. Tausend Eindrücke und schon wieder bot Amerika ein anderes Bild von sich. 

Den Tag heute hat Adele bestimmt. Wir haben uns nicht viel vorgenommen. Wir wohnen so ziemlich am Ende vom Strip, somit war das Ortseingangszeichen nur 1,3 km entfernt. Auf dem Weg sind wir wieder an andere Hotels & Casinos vorbeigelaufen. Am Luxor, was wie eine Pyramide aussieht bzw. dem Mandalay Bay wo der Todesschütze nächtigte. 

Hier in Las Vegas wirkt alles sehr plastisch, überdreht und künstlich und wir kommen uns wie in einem Freizeitpark vor. Alles scheint so Unreal aber das ist es nicht, es ist die Stadt, wie sie tatsächlich ist. Irgendwie dachten wir, dass Las Vegas schicker sei, aber die Menschen Rennen hier in ihrem Schlumpi-Klamotten herum. Sowieso hat der   Alltags-Ami keinen Stil: Jogginghose, Shirt und Badeschlappen, das muss reichen. 

Am Fabulous Las Vegas war eine Gedenkstätte für die Opfer des Massakers eingerichtet worden. Uns lief ein kalter Schauer über den Rücken und die Leute im Hintergrund lächelten in die Kamere als wäre nichts gewesen um nur ein Selfie mit dem legendären Wahrzeichen zu erhaschen. 

7. November 2017

Death Valley und Weiterfahrt nach Las Vegas

Mit etwas Unbehagen nahmen wir heute unsere Route durch das Death Valley auf. So ganz ohne Grund wird es ja nicht „Todestal" heißen. Hier ist Wüste, hier gib es nichts außer Sand, Steine, Berge, oder etwa doch? Unsere Fahrt ging durch karges Land, immer nur stur gerade aus, Meile um Meile ratterten wir mutterseelenallein den Highway entlang. Diese Stille hier war teilweise so erdrückend, dass es schon unangenehm wurde. Man hörte das  vertrocknete Gras unter den Füßen knacken. Das Death Valley wird im Sommer bis 57 Grad  heiß und ist somit die heißeste Region der USA. Wir hatten heute ca 28 Grad und es hat vollkommen gereicht. Wir kamen an der wunderschönen Mosquite Sanddüne vorbei und Adele erfreute sich über den Sand zwischen ihren Zehen. Wir fuhren weiter zum Golden Canyon und gingen dort einen kurzen Trail zur Red Cathetrale, der es aber bei der Hitze in sich hatte. Vercheckt wie wir waren, gingen wir ohne Wasser los. Und Adele schlummerte friedlich in der Kraxe und bekam von unserem Strapazen nichts mit. Als wir endlich zurück am Auto waren, wunderten wir uns warum es plötzlich dämmerte. Oh nein, die Zeitumstellung hatten wir auch ganz außer acht gelassen und es kam noch so viel im Death Valley zu sehen. So sprangen wir ins Auto und fuhren fix zum Badewater Basin, ein großer ausgetrockneter Salzsee mitten in der Wüste, der 86 m unter Meeresniveau liegt. Wir liefen 500m auf getrockneten Salz in den „See" alles klitzerte Weiß und die Sonne verschwand hinter dem Gebirgszug. Nun wollten wir aber zügig weiter, so im Finsteren wollten wir dann doch nicht hier im Valley sein. Aber nein, es kam noch ein Lookout auf unserer Route, wieder hielten wir an, liefen einen Berg nach oben und hatten nochmal einen abschließenden wunderschönen Blick über das Valley. Später hielten wir dann nicht mehr an, aber wir hätten das Spiel hier im wunderschönen Death Valley noch ewig weiterspielen können. Es gibt so viel zu sehen. Es ist ein fantastischer Nationalpark mit einer ausgeprägten Natur und Landschaft, die Wüste verzaubert einen in ihrer vielfältigen Farbenpracht. Das Weiß des Salz, das Gelb des Sandes, das Rot der marmorierten Berge und das vertrocknete Grün der Wildblumen. Death Valley hat einiges mehr zu bieten als das was wir heute sehen konnten. Im Dunklen erreichten wir Las Vegas. Wir sind überflutet von Eindrücken- erst das Death Valley und nun glitzerte, flackert es hier wieder ganz anders. Und die Stille hat sich auch wieder in Straßenlärm verwandelt.

6. November 2017

Weiterfahrt Richtung Las Vegas

Heute sind wir ca. 350 km gefahren, genau die Hälfte bis Las Vegas. Die ganze Strecke können wir nicht am Stück fahren. Somit schlafen wir vor den Toren von Death Valley, dass wir morgen durchqueren wollen. Auf dem Weg haben wir die Landschaft genossen. Wir haben uns wie nach Australien bzw. Island zurück versetzt gefühlt. Die Natur ist karg und kahl, es ist jedoch nicht die Kälte sondern die Hitze die hier nichts wachsen lässt...

Amerikaner sind so bequem und unflexibel, ja keine Handbewegung bzw. einen Schritt zu viel machen... Man stelle sich einen deutschen Supermarkt vor, dieser würde dann von Leuten durchquert die auf elektrisch angetriebenen Einkaufswagen durch die Gänge fahren. So hoch kann doch die Invalidität hier nicht sein, oder doch?!? Oder anderes Beispiel, wir wurden heute aufgefordert unseren Einkauf 10cm näher zur Kassierin zustellen, da sie sonst nicht an die Waren heran gekommen wäre- wie wäre es mit Arme ausstrecken?! 
Es sind nur Kleinigkeiten, aber uns fallen sie auf und bringen uns oft zum Lächeln. 


5. November 2017

The Redwoods

Wir merken sehr, dass wir im Landesinneren sind, denn die Menschen hier werden deutlich dicker. Dieses Phänomen ist uns damals schon in Australien aufgefallen, umso ländlicher es wird umso mehr Rundungen treten auf. Ist das in Deutschland auch so? In unserem Motel gab es ein Frühstück, eigentlich toll, denn ein richtiges Frühstück hatten wir hier selten. Aber es ist alles aus Plastik! Alles! Messer, Gabel, Pappteller, Becher.. alles zum wegwerfen. Auf unserem Tisch stapelte sich der Müll und nachdem wir fertig waren, flog alles in den naheliegenden Mülleimer. Traurig, dass die Amerika absolut keinen Sinn für unsere Umwelt haben! 
Heute stand der Sequioa-Nationalpark und Kings Canyon auf dem Plan. Als wir  im Giant Forest ankamen, waren wir von den Giganten der Wälder überwältigt. Stolz stehen sie da, trotzdend den Wetterbedingungen und wirken anmutend zugleich. Über 3000 Jahre sind die Kollose alt, und eigentlich sind sie nur aus Holz und beeindruckend enorm mit ihrer Standfestigkeit und Größe. Wir liefen dort entlang, da entlang, besuchten das Museum, Picknickten, liefen zum Auto Log, zum Tunnel Log und bemerkten nicht wie wir die Zeit in diesem wunderschönen Wald völlig vergaßen. Es war definitiv zu spät um weiter zum Kings Canyon zu fahren. So sagten wir noch dem General Sherman, dem höchsten Baum unser Erde mit 83m Hallo und sagten anschließend Bye Bye zu den Meisterstücken der Natur und fuhren wieder zurück nach Three Rivers wo wir wieder bei unserem Mexikaner einkehrten.  Entspannt ließen wir den Abend hier ausklingen und rätseln warum die Amerikaner solcher Naturschönheiten in ihrem Land haben, Nationalparks errichten um diese zuschützen und parallel ihr Land so verdrecken und vermüllen lassen.  

4. November 2017

Weiterreise nach Sequoia Nationalpark

Heute morgen hieß es Koffer packen und wir waren wieder auf dem Highway unterwegs. Jede Minute, die wir weiter südlicher kamen, wurde es wärmer. Wir erreichten gegen Mittag unser Motel, die Unterkunft für die nächsten 2 Nächte in Three Rivers. Der kleine verschlafene Ort liegt kurz vorm Sequoianationalpark. Eigentlich wollten wir nach dem Check In direkt weiter zu den Redwoods- den Giganten unter den Bäumen. Aber eine Rangerin vom Park sagte uns, dass die Straße wegen Bauarbeiten 16Uhr gesperrt wird. Planänderungen stehen ja täglich bei uns auf dem Programm, so fuhren wir nur wenige Meilen in den Nationalpark hinein, parkten ab und gingen einen kurzen Trail hinunter zum Fluss. Wir schauten uns Indianer Paintings an und sammelten Kastanien ohne Stachteln und Eicheln.

Hier im Park leben Bären, okay wir haben es gewusst, aber jetzt immer darauf hingewiesen zu werden, dass wir uns in einer „aktive bear area" befinden, ist schon angsteinflößend. Zu min für Katja, die stets hofft, ja keinem zu begegnen. 
Der Hunger trieb uns zurück ins kleine Dörfchen und wir gingen zu einem Mexikaner direkt gegenüber von unserem Motel. Und da war es, das Gefühl: AMERIKA! Hier beim Mexikaner (!!) es lief laute Musik, Adele tanzte und schaute kurz in der Küche vorbei, es gab eine XXL-Portion für jeden, amerikanische Gelassenheit wehte uns entgegen, jeder der reinkam, grüßte uns freundlich, obwohl man uns an der Nasenspitze ansah, dass wir Fremde waren. Es war herrlich! Ja, dass Feeling überkam uns hier, wir schnappten es auf, und nehmen es mit auf unsere weitere Reise. 

3. November 2017

Yosemite Nationalpark Tag 2

Als wir heute morgen die Tür unserer Lodge öffneten, wehte uns eine eisige Kälte entgegen. Schnell liefen wir zum Hauptgebäude, wo es Frühstück gab. Unsere Vermieterin erklärte uns wo der nächste Spielplatz ist, und so standen wie um 10Uhr bei 9Grad auf dem Spielplatz, und Adele eroberte unermüdlich die Rutsche und brüllte jedesmal unten angekommen: nochmaaaaa?!!! 
Wir waren etwas planlos was wir heute machen sollten, es war kalt, Torsten hat Männerschnupfen und ist unleidlich und Adele interessiert sich nur noch für ihre Rutsche. Nichtsdestotrotz schwangen wir uns erneut ins Auto und führen die Serpentinen des Yosemites NP hoch. Dicke Nebelschwaden machten die Sicht erschwerlich, doch schließlich kamen wir auf dem Glacier Point (2200m) an. Bei 2Grad stiegen wir aus und sahen,... Ehm nichts... irgendwie auch logisch, denn wir standen oberhalb der Wolken. Trotzallem war es fantastisch- es war eine sagenhafte Ruhe. Die Wolken und Nebel schotteten alles ab und wir waren wir auf einer kleinen einsamen Kuppel umgebend vom nichts. Adele hüpfte freudig jeden Streifenhörnchen nach und sammelte gigantisch große Tannenzapfen. Kein Wunder, denn so riesige Kiefern wie hier, haben wir noch nie gesehen. 
Morgen verlassen wir unsere hübsche Lodge und unsere Fahrt geht ein wenig nach Süden. 

Bilder:

2. November 2017

Yosemite Nationalpark

Heute ging es in die Natur. Endlich! Wir sind unendliche Serpentinen hoch und runter gefahren und haben ca 1000 Höhenmeter überwunden. Straßenarbeiten haben uns ziemlich ausgebremst aber irgendwann sind wir dann doch im Yosemite Village angekommen. Adele liebt ihren neuen Kindersitz. Sie quängelt nicht und hatte ihren Spaß in zweiter Reihe. 
Wandern stand auf dem Programm- Adele hatte Freigang und wir sind nicht wirklich schnell vorwärts gekommen. Sie wendete wieder jedes Blatt, sammelte Tannenzapfen und wir konnten Rehe und Eichhörnchen in freier Wildbahn beobachten. Wir gingen zu den Yosemite Falls, eigentlich die höchsten Nordamerikas, aber anstelle tosend in den Abgrund zu stürzen, plätscherte nur ein kleiner minimalistischer Wasserstrahl die 700m nach unten. Das Flussbett unten im Tal war völlig ausgetrocknet. Nichts desto trotz hatten wir einen herrlichen Tag im Valley. 

Wir reisen wieder in der Nebensaison. Das hat wieder den Vorteil dass die Spots nicht überlaufen sind und die Hotels moderate Preise haben.

So langsam können wir auch den amerikanischen Flair genießen. Hier in unseren Dörfchen ist es schön ruhig und der sonnige Herbst lässt uns auch die Seele runter fahren. Deswegen haben wir hier auch um eine weitere Nacht verlängert. 

1. November 2017

Endlich beginnt unsere Reise

So langsam gewöhnen wir uns an die Zeitverschiebung und schlafen alle von Tag zu Tag ein wenig länger. Gefrühstückt haben wir heute gleich um die Ecke. Es gab French Toast mit Rührei. Wir hatten noch viel Zeit bis wir unser Auto entgegen nehmen konnten. Deshalb haben wir uns auch keinen Stress gemacht. Nach dem Frühstück haben wir unsere Koffer gepackt und haben ausgecheckt. Anschließend ging es ins Kaufhaus unseren Kinderssitz kaufen. Die Leihe hätte 100$ gekostet. Ein Neuer nur 60. Danach ging es mit dem Sitz zur Autovermietung. Auf dem Weg dahin haben wir mit Abstand unser schlimmstes Erlebnis erfahren. Vor uns lief eine Obdachlose. Sie hatte im wahrsten Sinne eingeschissen und einuriniert. Vor sich hin schob sie einen Kinderwagen, eigentlich hätten wir hier ihr Hab und Gut vermutet aber es war ihr halbnacktes Baby. Ganz schlimm. Wenn man so etwas nicht mit den eigenen Augen sieht, kann man es nicht glauben. Lieber Donald Trump, fang an erster Stelle hier an America great again zu machen. Geschockt von diesem grauenhaften Bild liefen wir weiter und rätselten ob es in Amerika so etwas wie Jugendämter gibt. Später bei der Mietwagenfirma ging alles ruckzuck. Unsere erste Fahrt ging zurück zurück ins Hotel um unsere Koffer zu holen und dann ging schon unsere eigentliche Reise los. Die ersten Kilometer waren der Horror aber jetzt hat sich Torsten daran gewöhnt. Heute ist Halloween und die Amerikaner sind kostümiert, und trällern uns Happy Halloween entgegen. Als wir raus aus San Francisco kamen veränderte sich die Landschaft in ödes karges Land, wir fuhren auch an verbrannten Wäldern vorbei. Nach ca 300 km haben wir in einer Lodge in der Nähe vom Yosemite Nationalpark eingecheckt. Hier ist es traumhaft schön, wir sind mitten in einem kleinen Waldstück an einem Fluss, und wir hören seit Tagen das erste Mal NICHTS. Unsere Lodge ist ebenfalls wunderbar. Adele ist auch ganz entzückt. Unsere Vermieterin schmeißt heute eine Halloween Party, anscheinend hat sie das halbe Dorf eingeladen, uns ebenfalls. Leider ist Adele zeitig eingeschlafen, ein bisschen wehmütig hören wir nun die Livemusik von unserer Lodge aus. Das wäre wirklich toll gewesen, eine Halloween Party und dann noch in Amerika. Vorhin kam in den Nachrichten, dass in New York ein Anschlag war. Uns überkommt ein komisches Gefühl, vor ein paar Tagen waren wir auch mitten in Manhattan und heute mussten 8 unschuldige Menschen sinnlos sterben...